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Gelmi, Josef:
Bischof Wilhelm Egger (1940-2008)
: "ein hervorragender Bibelgelehrter, ein liebenswürdiger Bischof und ein tieffrommer Priester"
/ Josef Gelmi
- Brixen
: Weger,
2009.
- 287 S. : Ill.
ISBN 978-88-88910-79-6 / 88-88910-79-4
fest geb. : ca. € 29,90
Infos zu Josef Gelmi bei Wikipedia
Rezension:
Es wird nicht viele Bischöfe geben, die so bald nach ihrem Tod eine so schöne Würdigung erhalten haben wie Wilhelm Egger von Bozen-Brixen mit der vorliegenden Erinnerungsschrift des bekannten Kirchenhistorikers Josef Gelmi.
Am 4. Mai 1940 kamen Egger und sein Zwillingsbruder Kurt in Innsbruck zur Welt, wohin die Eltern im Zuge der "Option" ausgewandert waren. Der Vater Josef, ein kaufmännischer Angestellter, stammte aus Sterzing, die Mutter Barbara aus Arlanch. 1944 fiel der Vater an der Front in Finnland. Bei Kriegsende kehrte die Mutter mit ihren Kindern nach Südtirol zurück. Wilhelm besuchte das Gymnasium der Kapuziner in Salern bei Vahrn, was ihn 1956 dazu motivierte, in den Kapuzinerorden einzutreten. Nach der Matura (1960) studierte er Theologie an der ordenseigenen Lehranstalten in Südtirol, am 29. Juni 1965 wurde ihm in Brixen die Priesterweihe erteilt. Die Liebe Eggers zur Heiligen Schrift motivierte ihn zu weiteren Studien in den Jahren 1965-1971: Freiburg/CH, Päpstliches Bibelinstitut in Rom, École Biblique in Jerusalem. 1971 wurde Egger an die Phil.-Theol. Hochschule Brixen zum Professor für Neues Testament berufen. Auch während seiner Professur setzte er seine Fachstudien fort und habilitierte sich 1981 an der Universität Innsbruck. Wenig später, 1982, wählte ihn die Fakultät zum Dekan. Er übte dieses Amt bis 1985 aus. Da Bischof Joseph Gargitter (1917-1991) damals schon größere gesundheitliche Probleme hatte, reichte er 1985 seinen Rücktritt ein und erbat von Rom einen Nachfolger. Am 29. Juni 1986 ernannte Papst Johannes Paul II. Egger zum Bischof von Bozen-Brixen. Zwei der Schwerpunkte seines Wirkens seien hier hervorgehoben: die Verkündigung des Evangeliums, wofür Egger als Bibliker besondere Voraussetzungen mitbrachte; die Bemühungen um ein verstärktes Miteinander der verschiedenen gesellschaftlichen und ethnischen Gruppen, was er schon mit seinem bischöflichen Motto "Syn" zum Ausdruck brachte. Als Papst Benedikt XVI. im Sommer 2008 in Brixen Urlaub machte, erwies sich Egger als umsichtiger Gastgeber. Schon fünf Tage nach der Abreise des Papstes, am 16. August, starb der Bischof an einem Herzinfarkt.
Es ist zu einem Markenzeichen der Bücher Josef Gelmis geworden, dass sie das behandelte Thema auch hervorragend illustrieren. So wird hier der Lebensweg Wilhelm Eggers vom ein Monat alten Baby über die Kindheit und Jugend, die Studentenzeit, die Priesterweihe und Primiz, die weiteren Studienjahre und das Wirken als Professor und Bischof bis zum Begräbnis mit vorzüglichen Bilddokumenten gewissermaßen begleitet.
*Theologisch-Praktische Quartalschrift* 1/2010 Rudolf Zinnhobler
Quelle: Theologisch-Praktische Quartalschrift
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