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biblio : aktuelle buchtipps

Buchtipps / 2018 / April

erstellt von der STUBE und dem Österreichischen Bibliothekswerk

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Ian Falconer: Olivia spioniert

/ Ian Falconer. Aus dem Amerikan. von Maya Geis. - Hamburg : Verlag Friedrich Oetinger, 2018. – [31] S. : Ill.; 29 cm
ISBN 978-3-7891-0882-2   fest geb. : ca. € 15,50

Wir haben mit Oliva Weihnachten gefeiert, in einer Band gespielt, Venedig besucht, die Farbe rosa hassen gelernt und mit ihr jedes Mal Tränen gelacht. Doch dieses Mal könnte alles anders kommen, denn wie der US-amerikanische Originaltitel „Olivia the Spy“ eindrücklich(er) vermittelt, ist das charismatischste Schwein der Kinderliteraturlandschaft nun auf geheimer Mission unterwegs. Bereits unter dem Schmutztitel blickt Olivia mit fokussiertem Blick und sichtbar angespannt durch ein Schlüsselloch, auf Seite zwei belauscht sie ein Telefongespräch ihrer Mutter, hört wenige Momente später die Worte „… Vernunft angenommen hat!“ und weiß, dass die Dinge im Argen liegen, als ihr Vater in ihrer scheinbaren Abwesenheit von einer „Institution“ spricht. Wer Olivia allerdings kennt, kennt ihre Imaginations- sowie Ian Falconers Komikkunst und kann sich auf die folgenden Seiten, die ein köstlich illustriertes Verwirrspiel mit natürlich nicht ganz ernst gemeintem Spionagenarrativ liefern, freuen: Olivia zieht ein oranges Sträflingsoutfit über, packt „ihre wenigen Habseligkeiten zusammen“ und sieht sich in Gedanken hinter Gittern schwermütig in die Ferne blicken.
Falconers Illustrationsstil, der in gewohnter Manier lustvoll mit exaltierter Mimik und Gestik spielt, Hintergründe zurücknimmt und gezielt einzelne Farbakzente setzt, gelingt es ein weiteres Mal das Spannungsverhältnis zwischen kindlicher und erwachsener Vorstellungswelt humorvoll in Szene zu setzen. Doch der Spaß hört selbst nach der dramatischen Auflösung – Olivia hat sich bereits von der Stadt, „die sie so sehr liebte“, verabschiedet – nicht auf. Ian Falconer setzt auf den letzten Seiten, das heißt in der Institution, die kein Gefängnis, sondern das Stadtballett ist, noch einen, noch zwei, noch drei drauf. Ohne Worte, wenn Olivia seelenruhig, mit großen Schritten bei einem ordentlich blöd aus der Wäsche blickendem Tanzpaar über die Bühne schlendert oder mit großen Worten, wenn sie ihrer Mutter nach der Vorstellung erklärt, dass „die Mädchen in dem pas de quatre noch an ihren entrechats hätten arbeiten können.“
Auch „Olivia spioniert“ sollte wieder von Kindern und Erwachsenen gemeinsam gelesen werden, da dieses Bilderbuch nicht nur das Humorverständnis beider Zielgruppen punktgenau trifft, sondern auch das Phänomen, das nur umständlich mit dem Wort „Kindsein“ umschrieben werden kann.

Peter Rinnerthaler | STUBE 

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Cath Crowley: Das tiefe Blau der Worte

/ Cath Crowley. Aus dem Engl. von Claudia Feldmann. - Hamburg : Carlsen, 2018. - 395 S.
ISBN 978-3-551-58372-7      fest geb. : ca. € 18,50

Die 18-jährige Rachel, die mit ihrer Mutter und Großmutter die vergangenen drei Jahre am Meer gelebt hat, kehrt zehn Monate nach dem Tod ihres jüngeren Bruders Cal an ihren ursprünglichen Herkunftsort, einen Vorort von Melbourne, zurück, um Abstand und Neuorientierung zu gewinnen. Vor ihrem Umzug ans Meer war Henry Rachels bester Freund – und in ihrem Denken und Fühlen auch immer ein bisschen mehr … Seine Familie besitzt einen (Secondhand-)Buchladen – Treffpunkt für Bücherfans auf der Suche nach besonderen Exemplaren und ein einzigartiger Ort der Begegnungen. Eine der Besonderheiten des Ladens ist die „Briefbibliothek“, in der Menschen einander Nachrichten in Büchern hinterlassen können (Zettelchen in bestimmten, für Absender und Empfänger wichtigen Büchern), eine unzeitgemäße und gerade deshalb besonders charmante Form der Kommunikation. Wir hören die Vor- und die aktuelle Geschichte der beiden sensiblen und einander – trotz zahlreicher Missverständnisse – liebevoll zugetanen Protagonisten Henry und Rachel, die, weil Rachel einen Job im Buchladen bekommt, einander wieder regelmäßig sehen. Und mit ihnen begegnen wir auch den Kunden des Ladens, die meisten davon zugleich Freunde. Henry ist immer noch schwer in Amy verliebt, ein unzuverlässiges und an Literatur nicht interessiertes junges Mädchen; Henrys Schwester George, unzugänglich und spröde, die ebenfalls im Buchladen aushilft und einen erquickenden Buch-Briefaustausch mit „Phyteas“ führte. Sie glaubt, ihn zu lieben, auch wenn er plötzlich verstummt ist. Noch weiß sie nicht, dass Phyteas Rachels verstorbener Bruder war, denn Rachel wird erst viel später über dessen Tod sprechen.
Die zwischen zwei unterschiedlichen Perspektiven pendelnde Narration strahlt eine besondere Atmosphäre aus und vermittelt vielfältige Stimmungen, abwechslungsreiche Charaktere und Interaktionen: die Buchhandlung, deren Kunden unterschiedlichen Alters, deren Zuneigungen und Verstrickungen, die Art, miteinander umzugehen, ihre Entwicklungen, ihre Wege, die einander kreuzen und wieder voneinander wegdriften; Annäherungen, Verweigerungen, Missverständnisse, Trauer, Traurigkeit und Trost … All diese familiären, freundschaftlichen und amourösen Auf-und-Ab-Bewegungen schaffen eine mitreißende Dramaturgie voller Spannungsmomente und Berührungspunkte – ohne Drama, doch mit Respekt und der Bereitschaft, einander zuzuhören, sich aufeinander einzulassen, einander beizustehen. Es ist das Leben in seinen vielfältigen Facetten, von dem hier erzählt wird; darin eingeflochten Partikel von Literatur und Musik, Gedanken über das Universum, die Liebe, den Tod. Die Markierungen und Nachrichten in den Büchern entwickeln eine besondere Eigendynamik, werden zu einer intimen Art des Austauschs (zwischen Henry und Rachel, zwischen Henrys getrennten Eltern, zwischen George und Phyteas, später Martin …). Weil schreiben eben manchmal leichter ist als reden und allein die Wahl des „Postbuches“ eine implizite Botschaft vermittelt. Ein Plädoyer für das tiefe Blau der Worte und die Offenheit, gegen jede Wahrscheinlichkeit zu denken (S. 114).

Ela Wildberger | STUBE

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Norbert Gstrein: Die kommenden Jahre

: Roman / Norbert Gstrein. - München : Carl Hanser, 2018. - 284 S.
ISBN 978-3-446-25814-3      fest geb. : ca. € 22,70

Ein Hamburger Ehepaar überlässt sein Sommerhaus am See einer syrischen Flüchtlingsfamilie. (DR)

Zwei aktuelle, die öffentliche Diskussion beherrschende Themen bestimmen das Leben des Ich-Erzählers Richard: der Klimawandel und die Flüchtlingswelle. Richard ist Glaziologe, seine Frau Natascha eine angesehene deutsche Schriftstellerin. Gemeinsam leben sie seit 15 Jahren mit ihrer Tochter Fanny in Hamburg. Aus Menschenfreundlichkeit überlassen sie der vierköpfigen Flüchtlingsfamilie Farhi aus Damaskus auf unbestimmte Zeit ihr Sommerhaus an einem See, mehrere Kilometer vom nächsten Städtchen entfernt. Das Misstrauen der Nachbarn gegenüber den neuen Bewohnern ist beträchtlich, aber auch die syrische Familie selbst fühlt sich unbehaglich, sind doch nachts seltsame Bewegungen auf dem See zu beobachten. Und eines Abends kehren die zwei Söhne im Teenageralter und ihr einheimischer Freund nicht nach Hause zurück. Bei einer Suchaktion werden sie gefesselt und geknebelt in einem Baumhaus gefunden.
Die Beziehung zwischen Richard und Natascha leidet unter dieser Belastung, zumal der "Eismann" (er ist in den Tiroler Bergen aufgewachsen) und seine empathische, hanseatische Ehefrau die Lage unterschiedlich beurteilen. Den inszenierten Fernsehbeitrag über die gastfreundliche Familie findet der Gletscherforscher peinlich. Er ist froh, aus Hamburg abreisen und sich in Kanada mit seinem amerikanischen Forscherkollegen und Einsamkeitsfanatiker Tim treffen zu können und in der ihm seit langem vertrauten Mexikanerin Idea eine Seelenverwandte wiederzusehen. Diese exotische Frau seziert mit ihren sarkastischen Bemerkungen Richards befremdliche Lage gnadenlos.
Mit feinem Gespür für die verschiedenen Charaktere und Milieus und für die Zukunftsängste nachdenklicher Menschen in der Lebensmitte zeichnet Norbert Gstrein seine Figuren und legt auf die innere Handlung mehr Wert als auf die durchaus auch vorkommenden Überraschungsmomente. Breite Leseempfehlung!

Maria Schmuckermair | biblio

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Felix Kucher: Kamnik

: Roman / Felix Kucher. - Wien : Picus-Verl., 2018. - 301 S.
ISBN 978-3-7117-2058-0      fest geb. : ca. € 24,00

Ausgewanderte und Flüchtlinge treffen sich im Argentinien der Nachkriegszeit. (DR)

Anton verlässt Österreich bereits 1926, denn in seiner Heimat in Unterkärnten erwartet ihn als slowenischen Kleinbauernbuben nur Not und Elend. Er wagt also das große Risiko - den Sprung über den Atlantik in eine neue Zukunft. Er arbeitet hart daran, sich dort eine Existenz aufzubauen und all die düsteren Erinnerungen zu verdrängen. Armut und Nationalsozialismus will er hinter sich lassen und auch nichts mehr von seiner verbotenen Muttersprache Slowenisch oder vom Deutschen hören. Anton heiratet, gründet eine Familie und eine eigene Firma - er hat es geschafft, er wird zum stolzen Argentinier. Nach dem Krieg kommen noch immer Auswanderer aus Deutschland oder Österreich in Buenos Aires an. Anton, zurückhaltend und misstrauisch allem Deutschen gegenüber, freundet sich fast gegen seinen Willen mit Kamnik, einem ruhigen, freundlichen Oberkärntner, der vor zwei Jahren nach Argentinien kam, an. Anton wird nie erfahren, wie sehr Kamniks und sein Leben in der Vergangenheit miteinander verflochten waren.
Der Autor vermittelt sehr gut in seinem einfachen, aber prägnanten Stil die Kleinbürgerlichkeit der Immigranten, die in der Fremde ihr konservatives Denken beibehalten. - Eine empfehlenswerte Milieustudie.

Hertwiga Kröss | biblio

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Margit Schreiner: Kein Platz mehr

: Roman / Margit Schreiner. - Frankfurt a. M. : Schöffling & Co., 2018. - 175 S.
ISBN 978-3-89561-281-7      fest geb. : ca. € 20,60

Die irrwitzigen Folgen des Platzmangels und des Lärms auf ganze Gesellschaftsstrukturen. (DR)

Auf dem Titelbild eine leere Wand - Leere findet man in der Folge keine mehr. Auf höchst unterhaltsame Weise beschreibt die Ich-Erzählerin die eigene Lebenssituation und die ihrer Freunde und Bekannten: Die ganze Bandbreite von der vorerst harmlosen Gründung eines Hausstands bis zur unkontrollierbaren Anhäufung von Gegenständen. Mit unerbittlichem Blick, aber doch liebevollem Verständnis beobachtet Margit Schreiner auch ihre Berufskollegen: "Direkt nach den Schriftstellern kommen eigentlich nur noch die Messies".
Eine Unterteilung in Kapitel fehlt. Die LeserInnen fühlen sich dadurch unerbittlich vorangetrieben. Durch die Schilderung skurriler Lebenssituationen spürt man zudem die beschriebene Enge und die allgegenwärtige Lärmbelastung fast schon körperlich. Der Humor entwickelt sich zusehends tiefschwarz: "Wahrscheinlich ist der Sinn des Todes, endlich Platz zu machen".
Das Buch regt zum Nachdenken an: Über die eigene Lebenssituation und den Umgang mit der angeführten Problematik. Im Gegensatz zu aktuellen Ratgeberbüchern, die uns Aufräumetechniken und Ordnungssysteme nahelegen, werden die LeserInnen durch diese Erzählung indirekt motiviert, diesbezüglich ihr eigenes, sehr persönliches Lebensmodell zu entwickeln.
Fazit: Immer unterhaltsam, trotzdem tiefgründig und daher eine Bereicherung für jede Bibliothek.

Andrea Ogrisegg | biblio

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Katrin Juliane Schiffer: Hühner halten

: artgerecht und natürlich / Katrin Juliane Schiffer ; Carola Hotze. - 2. vollst. überarb., erw. u. tlw. neu bebilderte Aufl. - Stuttgart : Kosmos, 2017. - 176 S. : Ill. (farb.)
ISBN 978-3-440-15105-1      fest geb. : ca. € 17,50

Selbstversorgungsgärten kommen wieder in Mode - eigene Hühner auch! (NL)

Es gibt zunehmend mehr Menschen, die sich im eigenen Hausgarten Hühner halten. Die Autorinnen, beide Agrarwissenschafterinnen, beschreiben im vorliegenden Buch nicht nur die Anatomie eines Huhnes, geeignete Futterzusammensetzung, wie der ideale Stall aussehen soll, welche Krankheiten auftreten können inklusive deren Ursachen und Symptome oder welche Vorzüge die unterschiedlichen Rassen haben, sondern erklären auch die Entwicklung der ursprünglichen Waldrandbewohner und deren Verhaltensweisen, die seither weitgehend gleich geblieben sind. Dadurch versteht man, was artgerechte Haltung bedeutet und warum sich das Huhn so verhält, wie es sich eben verhält. Natürlich beinhaltet das Buch sowohl eigene Nachzucht als auch die Schlachtung - wenn es denn am Ende eines glücklichen Hühnerlebens so sein soll. Ein Serviceteil schließt den Band ab.
Wer vorhat, sich eine kleine Hühnerschar anzuschaffen, bekommt mit diesem Buch einen guten Einblick in das Wesen und die Bedürfnisse dieser faszinierenden Tiere, die einen Garten und unser Leben bereichern können - nicht nur mit einem Frühstücksei! Allen Bibliotheken empfohlen.

Silvia Wambacher | biblio

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Gertrude Pressburger: Gelebt, erlebt, überlebt

/ Gertrude Pressburger. Aufgezeichnet von Marlene Groihofer. Mit einem Nachw. von Oliver Rathkolb. - Wien : Zsolnay, 2018. - 203 S. : Ill.
ISBN 978-3-552-05890-3      fest geb. : ca. € 19,60

Geschichte einer Unbeugsamen. (BO)

Berührend schildert die heute über 90-jährige Gertrude Pressburger der Journalistin Marlene Groihofer ihre Kindheits- und Jugenderinnerungen. Sie erzählt von ihrer Kindheit in Wien, die sie glücklich, wenn auch in eher bescheidenen Verhältnissen mit ihren beiden kleinen Brüdern verlebt. Die jüdischen Eltern sind zum Christentum konvertiert, erst der allgegenwärtige Antisemitismus macht den Kindern ihre jüdischen Wurzeln bewusst. Die Familie bleibt so lange es geht in Wien, erst massive Misshandlungen des Vaters, gefährliche Anschläge auf die Mutter und die Delogierung bewegen sie zur Flucht.
Jahrelang fliehen sie vor den Nationalsozialisten durch Europa, stranden in verschiedenen Orten in Jugoslawien und Italien, ohne je wirklich anzukommen, scheitern an der Weiterreise nach Frankreich und werden schließlich im April 1944 von Italien nach Auschwitz deportiert. Unmittelbar nach ihrer Ankunft im KZ werden die beiden Buben und die Mutter vergast, vom Tod des Vaters erfährt Gertrude nach ihrer Befreiung 1945 in Schweden.
Unterstützt werden die Schilderungen durch sensibel ausgewählte Schwarz-Weiß-Fotos, die die Liebe und Hoffnung der Familie spüren lassen. Zwischen den Erzählungen aus den 1930er und 1940er Jahren gibt es Einblendungen aus der Gegenwart, die von der gemeinsamen Arbeit der jungen Journalistin und der Holocaust-Überlebenden berichten.
Nach Jahren der Flucht und Unterdrückung durch die Nationalsozialisten hat sich die KZ-Überlebende geschworen, sich nichts gefallen zu lassen. Davon zeugen die letzten drei Kapitel des Buches, das belegt auch ihre jüngste politische Stellungnahme. Gertrude Pressburger erlangte durch ein youtube-Video, in dem sie sich gegen die rechtspopulistische Rhetorik und Hetze österreichischer Politiker ausspricht und zu Besonnenheit aufruft, im Bundespräsidentschaftswahlkampf 2016 Berühmtheit. Insofern wird dieses Buch auch eine junge LeserInnenschaft sehr ansprechen.

Sandra Brugger | biblio

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Norbert Fink: Hallo Welt, hier Kirche

: von einem, der auszog, den Glauben zu rocken / Norbert Fink. - Gütersloh : Gütersloher Verl.-Haus, 2017. - 221 S. : Ill.
ISBN 978-3-579-08665-1      fest geb. : ca. € 18,50

Wie Glaube im 21. Jahrhundert gelebt und Evangelium verbreitet werden kann. (PR)

Norbert Fink ist seit 15 Jahren Priester im Erzbistum Köln und seit 2007 Jugendseelsorger. Der begeisterte Elvis-Fan verkündet das Evangelium manchmal mittels Rap oder Poetry Slam. Als Trauungspriester von Daniela Katzenberger und Lucas Cordalis, deren Hochzeit im Fernsehen von 2,6 Millionen ZuseherInnen mitverfolgt wurde, erlangte er Bekanntheit weit über seine Diözese hinaus. In seinem Buch beschreibt er, der mit 18 noch weit davon entfernt war, Priester zu werden, seinen Werdegang und sein Verständnis des Priesteramtes und Glaubens. Festivalbändchen an seinem Arm sind für ihn liebevolle Erinnerungen an Höhepunkte seiner Arbeit als Jugendseelsorger. Er erzählt von Reisen nach Rom, Assisi, Medjugorje, Krakau, Taizé und Memphis sowie von vielen Begegnungen mit Menschen, die sein Leben und Christsein prägten, darunter Freunde, Lehrer, Eltern ebenso wie die letzten drei Päpste, die er persönlich kennenlernen durfte. Er schreibt über seine Leidenschaft für Filme, in denen er viele religiöse Themen findet (zum Beispiel bei "E.T."). Er möchte wie Mr. Keating in "Der Club der toten Dichter" Mentor für andere Menschen sein und sie inspirieren, ihre Gaben und Talente zu entdecken. Immer wieder lässt er Bibelstellen in den Text einfließen und zeigt, dass uns die Bibel Antworten auf unsere Fragen liefern kann, uns etwas zu sagen hat und unser Leben bereichert - wenn wir uns darauf einlassen.
Trotz seiner (Selbst-)Zweifel und Kritik an der Kirche merkt man, dass Norbert Fink für den Glauben brennt. Genährt und gestärkt durch diesen unerschütterlichen Glauben, geht er ungewöhnliche Wege, die "Frohe Botschaft" zu verkünden, wie man bereits auf dem Cover des Buches erkennen kann. Durch seine Präsenz auf Youtube und Facebook erreicht er wesentlich mehr - vor allem auch kirchenferne - Menschen als in einer Messe und zeigt Beispiele, wie zeitgemäße Kirche funktionieren kann. Für Firmgruppen zur Diskussion und allen Bibliotheken empfohlen.

Silvia Wambacher | biblio

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