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biblio : aktuelle buchtipps

Buchtipps / 2017 / Jänner

erstellt von der STUBE und dem Österreichischen Bibliothekswerk

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Lauren Child: Bleibt der jetzt für immer?

/ Lauren Child. Aus dem Engl. von Saskia Heintz. - München: Carl Hanser, 2016. – 32 S. : überw. Ill. (farb.) ; 29 cm
ISBN 978-3-446-25297-4    fest geb. : ca. € 14,40

Solange Elmore Green sein selbstbestimmtes Kinderleben im eigenen Kinderzimmer mit den eigenen, geliebten Spielsachen und den eigenen Jelly Beans leben konnte, war alles perfekt. Doch bald wird diesem Traum ein jähes Ende gesetzt. Auf der einen Seite fliegt Elmore noch mit ausgebreiteten Armen über den Köpfen der ihn vergötternden Eltern, der Text kündigt jedoch schon das drohende Moment an. Mit dem nächsten Umblättern wird es dann klar: Elmore Green hat ein Geschwisterchen bekommen und muss seinen Platz im Zentrum der Aufmerksamkeit und der Doppelseite für den rechten unteren Seitenrand aufgeben. Entsetzt, aber gleichzeitig mit viel Witz berichtet Elmore von dem nervenden Geschwisterchen. Es läuft ihm überall hinterher, schmeißt sein Spielzeug um und schleckt an seinen geliebten Jelly Beans (sogar an den orangen!). Erst mit der Zeit erkennt er, dass es gemeinsam doch schöner sein kann als alleine.
Auch wenn Lauren Child in ihrem neuen Bilderbuch eine bekannte Geschichte über das Akzeptieren-Lernen eines neuen Familienmitglieds und die Freude am Teilen erzählt, so tut sie das auf sehr humorvolle und originelle Weise. Ihre aus bezeichnetem Papier ausgeschnittenen und zu einer Collage zusammengefügten Figuren wirken ungewöhnlich lebendig – auch wenn unser Blick nie über die Beine oder Arme der Erwachsenen hinausreicht. Denn Child verpflichtet sich in ihren reduzierten, aber farbenfrohen Illustrationen konsequent der unmittelbaren Umgebungs- und Erfahrungswelt des kleinen Elmore. Die Schriftzüge erhalten dabei fast lyrische Qualität, wenn sie sich dynamisch, fragmentiert, verdreht, verkleinert und vergrößert in die Doppelseite einfügen. Besonders erfrischend und wohl das bemerkenswerteste Element des Bilderbuchs ist Childs sprachliche Neutralität, dank der Elmores Hautfarbe im Text nicht als fremdmarkierendes Zeichen herausgestellt wird, sondern mit Selbstverständlichkeit in die verspielten Bildkompositionen eingeschrieben ist. Ab 3 Jahren.

Claudia Sackl | STUBE 

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Moïra Fowley-Doyle: Wenn der Sommer endet

/ Moïra Fowley-Doyle. Aus dem Engl. von Karen Gerwig. - München: cbt, 2016. – 315 S.
ISBN 978-3-570-16407-5    fest geb. : ca. € 17,50

Mysteriöse Dinge gehen im Leben der 17-jährigen Cara vor: Zuerst entdeckt sie die unscheinbare Mitschülerin Elsie auf jedem ihrer Fotos, selbst auf den Urlaubsfotos ihrer Kindheit ist sie zu sehen. Als wäre das nicht gruselig genug, tauchen auch noch vier Jugendliche auf, die Cara, ihren beiden Geschwistern und ihrer besten Freundin zum Verwechseln ähnlich sehen. Einziger Unterschied: Die vier Doppelgänger tragen stets Halloween-Kostüme. Das größte Übel ist aber ein Fluch, der die gesamte Familie jeden Oktober heimzusuchen scheint und einen Unfall nach dem anderen beschert. Als die geheimnisvollen Begebenheiten rasant zunehmen und immer mehr unbeantwortete Fragen auftauchen, beginnt die Grenze zwischen Realität und Phantasie zu verschwimmen. Was ist noch echt und was ist Einbildung? Und wie sehr kann man der Ich-Erzählerin überhaupt vertrauen?
Diese Fragen stellt man sich nicht nur als Leser_in, auch Cara selbst scheint sich immer weniger der Realität und ihrer selbst sicher zu sein. Neben den zahlreichen Fragen, die sich auftun und nach Antworten verlangen, ist es die vom ersten Satz an erzeugte unheimliche Atmosphäre, die wesentlich zu der Spannung des Romans beiträgt. Sei es durch die Vorbereitungen auf eine Halloweenfeier in einer gruseligen Villa oder sei es Caras beste Freundin, die mit Tarotkarten in die Zukunft blicken kann. Alles in diesem Roman wirkt mysteriös.
Neben der raffiniert konstruierten Geschichte mit ihrer unheimlichen Stimmung besticht der Roman durch die außergewöhnlich poetische und metaphernreiche Sprache. Gemäß dem magischen Realismus, dem der Jugendroman zuzurechnen ist, werden die hermetische Sprache und die phantastischen Elemente gezielt eingesetzt, um das, was hinter dem Sichtbaren und Gewöhnlichen lauert, aufzuspüren und adäquat in Szene zu setzen. Auf eindrucksvolle Weise gelingt es der Autorin in ihrem Debütroman mit diesen Mitteln, das Unaussprechliche, das Unterbewusste und das Traumatische dennoch greifbar zu machen. Ab 14 Jahren.

Alexander Pommer | STUBE

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Elena Ferrante: Meine geniale Freundin

: Kindheit, frühe Jugend ; Roman / Elena Ferrante. Aus dem Ital. von Karin Krieger. - Berlin : Suhrkamp, 2016. - 422 S.
ISBN 978-3-518-42553-4      fest geb. : ca. € 22,70

Porträt einer Frauenfreundschaft im Neapel der 1950er Jahre - eine Überraschung! (DR)

Bereits im Vorfeld sorgte dieser erste Band einer vierteiligen Neapel-Saga in den Medien für Furore. Das wilde Rätselraten um die wahre Identität der unter einem Pseudonym schreibenden Autorin und dessen umstrittene Enthüllung erregte viel Aufsehen. Von "genialer Weltliteratur" und "großem Wurf" war in Kritiken zu lesen - große Worte, die mich zunächst skeptisch stimmten. Doch die Literaturrunde unserer Bibliothek wählte just dieses Buch zur Besprechung aus und so begann ich zu lesen. Was für ein Glück, andernfalls wäre mir ein großer Lesegenuss entgangen!
Authentisch und lebendig beschreibt die italienische Bestsellerautorin Elena Ferrante Kindheit und Jugend zweier sehr unterschiedlicher Frauen in Rione, einem ärmlichen Viertel Neapels. Ambiente, Atmosphäre und Charaktere erinnern an Filme von Vittorio De Sica und Federico Fellini. Jede Episode, jede Person wirkt überzeugend und echt. Mafiöse Gaunereien und männliche Gewalt, Leidenschaft und Ehebruch, Tratsch und Klatsch prägen dieses frauenfeindliche, beengte Umfeld, in dem die beflissene Ich-Erzählerin Elena und ihre spätere beste Freundin Lila aufwachsen. Lilas Charakter und Schicksal lernen die LeserInnen allein aus der sehr subjektiven Perspektive Elenas kennen. Die Autorin porträtiert hier eine von inniger Zuneigung, großer Gegensätzlichkeit, aber auch von Konkurrenzdenken geprägte Frauenfreundschaft. Seit dem ersten Zusammentreffen als kleine Mädchen wetteifern und messen sich die beiden aneinander. Wer ist besser, klüger und schöner? Magnetengleich ziehen sich die beiden einmal unwiderstehlich an, ein andermal stoßen sie sich ab. Jeder der beiden weiblichen Lebensentwürfe steht für eine der klassischen Möglichkeiten, das Korsett eines traditionellen Frauenlebens zu sprengen. Während die sanftmütige, oft an sich zweifelnde Elena mit ihrer unbeirrbaren Zielstrebigkeit bald der häuslichen Enge entkommt und ihren Weg in die berufliche und persönliche Freiheit fortsetzt, scheint die von ihr so bewunderte Lila trotz ihrer mehrfachen Hochbegabung und ihrer widerständigen Art nicht gegen die väterliche Unterdrückung anzukommen. Obwohl sie Elena, die inzwischen das Gymnasium besucht, mühelos überflügelt und ihr sogar beim Lernen hilft, muss die charismatische Lila in der elterlichen Schusterei arbeiten, einzige Wissensquelle bleibt für das hochintelligente Mädchen die Öffentliche Bibliothek. Allein bei den jungen Männern scheint ihr mehr Erfolg beschieden. Ob ihr eine vorteilhafte Heirat helfen kann?
2017 erscheinen bei Suhrkamp die weiteren Bände dieses retrospektiv erzählten Romanzyklus, der die vergangenen sechs Nachkriegsjahrzehnte aus einer vornehmlich weiblichen Sicht schildert, wo Männer nur in glanzvollen Nebenrollen auftreten. Die einzelnen Bände sind durch Cliffhanger verbunden. Europäische Geschichte als weibliche Nahgeschichte grandios erzählt, darin liegt für mich das Geheimnis des Ferrante-Lesefiebers. Ankauf empfohlen!

Elisabeth Zehetmayer | biblio

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Gerhard Jäger: Der Schnee, das Feuer, die Schuld und der Tod

 : Roman / Gerhard Jäger. - München : Blessing, 2016. - 400 S.
ISBN 978-3-89667-571-2      fest geb. : ca. € 23,70

Heimatroman, angesiedelt in einem archaisch anmutenden Tiroler Bergdorf. (DR)

Die Rahmenerzählung lässt einen achtzigjährigen Amerikaner in seine alte Heimat nach Tirol reisen, um im Innsbrucker Landesarchiv einem Jahrzehnte zurückliegenden, ungelösten tragischen Fall nachzuspüren. Im Jänner 1951 ist ein kleines Tiroler Bergdorf von schweren Lawinen überrollt worden. John Millers Cousin Max Schreiber ist seit dieser Naturkatastrophe verschollen. Neben den zahlreichen Verschütteten ist auch noch der Tod einer jungen Frau zu beklagen, die erstochen worden ist. War Max Schreiber, der junge Historiker aus Wien, der Täter?
Das Manuskript dieses Eindringlings in die archaische Dorfwelt bildet die Binnenerzählung. Diese erhalten gebliebenen Aufzeichnungen sind jedoch nicht in der Ich-Form abgefasst, sondern in der unpersönlichen Er-Form, wenn auch aus einer sehr tiefen Innensicht heraus in erlebter Rede. So, als ob der Schreiber über seinen Schatten berichtet habe, der "im Zwielicht des Bewusstseins" (Fernando Pessoa) nicht gewusst habe, wer er wirklich sei. Max hat sich in die junge Bäuerin Maria verliebt, obwohl er die stumme Frau mit dem roten Kopftuch meist nur aus der Ferne sieht. Die Eifersucht des Nachbarn, der auch heftig um Maria wirbt, und das Misstrauen der ganzen Dorfgemeinschaft sind ihm sicher, zumal Maria die Nachfahrin der vor 100 Jahren als Hexe verschrieenen Katharina Schwarzmann ist, die bei einem Brand ums Leben gekommen ist. Und genau diesem Fall schnüffelt der neugierige Wiener Doktor hinterher.
Motivisch (die stumme Frau im Wald), sprachlich (sehr dicht gewebte, mit vielen Metaphern aufgeladene, lange Satzkonstruktionen) und erzähltechnisch (Seelenlandschaft und Naturereignisse korrespondieren sehr stark) sind immer wieder Anklänge an Adalbert Stifter wahrnehmbar. - Der bedächtige Erzählduktus und die aus der Zeit des Poetischen Realismus stammenden Elemente werden bei LeserInnen, die an diese bewährten Formen gewöhnt sind, einen angenehmen Wiedererkennungseffekt hervorrufen. Am besten an langen, ruhigen Winterabenden zu lesen!

Maria Schmuckermair | biblio

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Christoph Ransmayr: Cox oder der Lauf der Zeit

: Roman / Christoph Ransmayr. - Frankfurt a. M. : S. Fischer, 2016. - 302 S.
ISBN 978-3-10-082951-1      fest geb. : ca. € 22,70

Hochkultur und Grausamkeit im China des 18. Jahrhunderts. (DR)

Christoph Ransmayr hat seine Leser bereits in die Arktis und die antike Stadt Tomi am Schwarzen Meer, nach Brasilien und Tibet entführt. Es sind aber immer Europäer, die in diese fernen Weltgegenden aufbrechen und sie mit europäischen Augen betrachten. Diesmal werden vier englische Uhrmacher vom chinesischen Kaiser eingeladen, um ganz besondere Zeitmesser für ihn zu bauen.
Als Gäste des mächtigsten Despoten der Erde, der sich Herr der zehntausend Jahre nennt, genießen die Briten unerhörte Privilegien und sind doch zugleich Gefangene, die auf Schritt und Tritt von Wächtern bespitzelt werden. Wie gefährdet sie sind, wird ihnen klar, als sie von den raffinierten Folter- und Hinrichtungsmethoden erfahren, die jedem drohen, der in Ungnade fällt. Der Kaiser ist freilich kein brutaler Barbar, sondern ein höchst kultivierter und feinsinniger Mann, der Naturgedichte in Schönschrift zu Papier bringt oder auch nur mit rasch verdunstendem Flusswasser auf Ufersteine schreibt. Dieses Verschwinden der Schrift kennt man aus dem "Fliegenden Berg", wie denn überhaupt viele Motive hier auftauchen, die Ransmayr-Lesern bereits aus früheren Texten vertraut sind.
Der Roman spinnt eine fiktive Handlung um historische Realitäten. Der Kaiser Qianlong (1711-1799) hat ebenso existiert wie der Londoner Uhrmacher Cox, dessen mechanische Wunderwerke auch nach China exportiert wurden und heute von Touristen in Peking bestaunt werden können.
"Es ist niemals ein Dokument der Kultur, ohne zugleich ein solches der Barbarei zu sein", schrieb Walter Benjamin 1940. Bei Ransmayr heißt es: "Im Schatten jedes Weltwunders lag ein Massengrab." Dieser harte und unbeschönigte Kontrast bewahrt den Roman vor parfümiertem Exotismus. Den melancholischen Grundton aber bilden Gedanken an die Sterblichkeit des Menschen und die Vergänglichkeit all seiner Hervorbringungen. - Sehr empfehlenswert.

Renate Langer | biblio

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Sacha Batthyany: Und was hat das mit mir zu tun?

: ein Verbrechen im März 1945 ; die Geschichte meiner Familie / Sacha Batthyany. - 2. Aufl. - Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2016. - 254 S.
ISBN 978-3-462-04831-5      fest geb. : ca. € 20,60

Ein fesselndes Stück mitteleuropäischer Zeitgeschichte - eine großartige Familiensaga. (BI)

Seine Reise in die Vergangenheit führt Sacha Batthyany in die Gegenwart und zu sich selbst. Ausgangspunkt des Buches ist ein Zeitungsartikel über das Massaker von Rechnitz, durch den der Autor, Nachkomme bedeutender ungarischer Adeliger, erfährt, dass seine Großtante an der Ermordung von 180 jüdischen Zwangsarbeitern beteiligt war. Unter Einsatz verschiedener Erzählformen berichtet er von seinen Reisen, Begegnungen und Recherchen über die Rolle seiner Familie im Nationalsozialismus. Der Autor gibt Tagebuchauszüge seiner Großmutter wieder und stellt diese Aufzeichnungen ihrer jüdischen Freundin, der Auschwitzüberlebenden Agnes, gegenüber, die er schließlich in Buenos Aires besucht.
Diese Begegnung führt Batthyany zur kritischen Auseinandersetzung mit der journalistischen Forderung nach schonungsloser Wahrheit und der Schuldfrage. "Ich bin ein Kriegsenkel. Mein Vater hat den Krieg im Keller verbracht, mein Großvater wurde von den Russen nach Sibirien verschleppt, meine Großmutter verlor ihren zweiten Sohn und meine Großtante hatte ein Massaker an 180 Juden zu verantworten. Sie waren Täter wie Opfer, Verfolgte wie Jäger, wurden erst gefeiert, dann geächtet: Bastarde der Zeitgeschichte. […] Wir waren eine Familie von Maulwürfen, schrieb meine Großmutter Maritta in ihr Tagebuch: Wir zogen uns zurück, glaubten an nichts mehr und versanken in uns, den Kopf unter der Erde, immer am Ducken. Und was war mit mir?" Dank seiner journalistischen Sprache, der Aktualität und einer Kombination aus Fakten und persönlichen Zugängen zur Geschichte wird dieses Buch LeserInnen jeden Alters begeistern.

Sandra Brugger | biblio

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Katerina Poladjan: Hinter Sibirien

: eine Reise nach Russisch-Fernost / Katerina Poladjan ; Henning Fritsch. - Berlin : Rowohlt Berlin, 2016. - 267 S. : Ill.
ISBN 978-3-87134-841-9      fest geb. : ca. € 20,60

Vergnügliches und informatives Reisetagebuch. (EL)

Katerina Poladjan begibt sich gemeinsam mit ihrem Mann Henning Fritsch auf eine Reise, um die Wurzeln ihrer russischen Familie zu finden und zu verstehen. Ihre erste Station ist die bedeutende Hafenstadt Wladiwostok - rund 6.400 Luftkilometer von Moskau entfernt. Von dort aus bewegen sie sich, zumeist per Zug, westwärts und besuchen dabei einige Städte entlang der chinesischen Grenze. Poladjan und Fritsch schildern in abwechselnden Passagen, was sie in den Städten und auf dem Weg dorthin erlebt haben. Bewusst steigen sie nicht in luxuriösen Unterkünften ab, sondern versuchen, sich wie russische Bürger auf die jeweiligen Besonderheiten der Region einzulassen. Katerina spürt ganz stark ihre russischen Wurzeln in der Wärme der Begegnungen, obwohl die Außentemperaturen eigentlich keine Wärme erlauben.
Mich haben die authentischen Schilderungen und die oft witzige Sprache begeistert und ich habe "Hinter Sibirien" in einem Zug ausgelesen. Auch der Aufbau des Buches, das als Dialog zwischen den Ehepartnern angelegt ist, ist ein gut gelungener Regiestreich. Der Text wird ergänzt durch einige Fotos und eine geografische Skizze, die die Nähe der Region zu China und die ungeheuer große Entfernung zu Moskau gut verdeutlichen.
Unbedingt zu empfehlen, als Reiseführer, als Information über Sibirien oder einfach nur als Tagebuch-Roman.

Uschi Pirker | biblio

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Helmut Krätzl: Meine Kirche im Licht der Päpste

: von Pius XII. bis Franziskus / Helmut Krätzl. Mit Beitr. von Hubert Gaisbauer, Karl-Josef Rauber, Alfons Nossol ... - Innsbruck ; Wien : Tyrolia, 2016. - 208 S. : Ill. (z.T. farb.)
ISBN 978-3-7022-3554-3      fest geb. : ca. € 19,95

Ein Bekenntnis des bekannten Weihbischofs zu seiner Liebe zur Kirche - dargestellt an den Päpsten, die sein Leben begleitet haben. (PR)

Weihbischof Krätzl feierte 2016 seinen 85. Geburtstag und begeht im Jahr 2017 sein 40-jähriges Bischofsjubiläum. Aus diesen Anlässen reflektiert er die Gestalt der Kirche, die er in seinen mehr als 60 Priester- und in 40 Bischofsjahren erlebt hat. Er tut dies mit einem Blick auf die Päpste dieser Zeit. An ihren Aussagen, ihrer Amtsführung und ihrem Auftreten verdeutlicht sich der Weg der Kirche und der Wandel, den sie in ihrem Selbstverständnis vollzogen hat. Wie er diesen Wandel erlebt hat, wie die Päpste dieser Zeit direkt oder indirekt sein Kirchenbild geprägt haben und was dieser Wandel der Kirche für ihn persönlich bedeutet, erörtert der Autor, indem er in seinen Reflexionen diesen Weg mit seinem eigenen verknüpft. Dadurch verbindet er zudem ein Stück österreichischer Kirchengeschichte mit der Geschichte der Weltkirche, in der die österreichische Kirche immer wieder eine Rolle spielt.
Ausgewogen in der Darstellung, kritisch, wenn es um die Wege geht, die Sache Jesu zu verkünden, aber immer auf dem Boden einer tiefen Liebe zur Kirche denkt er auch nach über ihre Wege in die Zukunft. Eine besondere Note erhält das Buch durch weitere Zeitzeugen, die auf Einladung Krätzls über die Päpste seit Pius XII. aus ihrer Sicht schreiben und dabei die Meinung des Autors teils unterstreichen, teils ergänzen, ihr teils auch widersprechen. Interessante Fotos, die auch aus den Beständen des Autors stammen, verbildlichen diesen Weg der Kirche von Pius XII. zu Franziskus. Interessant für alle Büchereien.

Hanns Sauter | biblio

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