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biblio : aktuelle buchtipps

Buchtipps / 2018 / Oktober

erstellt von der STUBE und dem Österreichischen Bibliothekswerk

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Ben Guterson: Winterhaus

Winterhaus / Ben Guterson. Aus dem Engl. von Alexandra Ernst. Mit Ill. von Chloe Bristol. - Stuttgart : Freies Geistesleben, 2018. - 407 S. : Ill.
ISBN 978-3-7725-2891-0 fest geb. : ca. € 20,60

Als die wortverliebte Elizabeth Somers eines Winterabends, gerade zu Beginn der Weihnachtsferien, nach Hause kommt traut sie ihren Augen nicht: Ihre armen, dennoch furchtbaren Verwandten (Onkel und Tante – Harry anyone?) haben ihre Drohung tatsächlich wahrgemacht: Die Tür ist verschlossen, das Haus leer, die Herrschaften bereits auf dem Weg in den Urlaub. Mist, dabei hatte sie sich doch schon so darauf gefreut, die paar Bücher in ihrem Zimmer, die einzigen, die sie besitzt, nochmals zu lesen!
Einzig und alleine ein Briefumschlag mit drei Dollar und Bustickets für eine Fahrt zu einem ominösen Hotel, Winterhaus, bleiben der niedergeschlagenen Heldin als Hoffnungsschimmer. Missmutig tritt sie also die Reise zu dem weitentfernten Ort an. Bereits bei der Busfahrt schwindet ihre Lust auf den Aufenthalt mehr und mehr: Ein düsteres Paar, ganz in Schwarz gehüllt, beäugt sie unentwegt. Was die wohl im Schilde führen? Zumindest das Hotel scheint nur halb so schlimm wie befürchtet zu sein, schnell kann sich Elizabeth, ganz verwundert über seine Aufgeschlossenheit, mit Hotelbesitzer Norbridge Falls anfreunden. Auch ihren ersten gleichaltrigen Freund, Wizzkid Freddy, lernt sie in den warmen, geräumigen Hallen des Hotels kennen. Gelungenen Weihnachtsferien, zwischen Rodeln, Bibliotheksaufenthalten, köstlichen Mahlzeiten und lustigen Puzzle-Abenden, scheint also nichts mehr im Wege zu stehen! Oder täuscht sich Elizabeth? Denn, was hat es mit diesem dubiosen Paar, welches sich ebenfalls im Hotel einquartiert hat, auf sich? Kann dem schrulligen Hotelbesitzer Norbridge tatsächlich vertraut werden, oder ist er etwa ein Bücherdieb? Und was hat es denn mit der altehrwürdigen Familie Falls, und ihren schwarzen Schafen, auf sich?
Auf knapp 600 Seiten schafft es Ben Guterson mit seinem Debütroman eine magische Welt zu schaffen, deren verschneite Landschaften und gemütliche Atmosphäre zum Schmökern und Verweilen einlädt. Die lauschigen Passagen, die behutsam in die Welt von Winterhaus und die sich entwickelnden, zwischenmenschlichen Beziehungen von Elizabeth und den Hotelbewohnern_innen einführen, werden gekonnt mit rätselhaften, teils spannungsgeladenen Kapiteln abgewechselt, was die Lektüre zu einem echten Pageturner werden lässt. Die unübersehbaren Parallelen zur Harry Potter-Welt lassen natürlich besonders Fans des Zauberlehrlings aufhorchen, Annagramme und Wortleitern erfreuen Buchstabenbegeisterte. Eine wundervolle Lektüre für die kälter werdenden Abende, beim Fenster sitzend, eingekuschelt in die Lieblingsdecke und mit einer großen Tasse Heißgetränk ausgestattet.

Gabriel Niederberger | STUBE 

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Jens Rassmus: Das Nacht-Tier

/ Jens Rassmus. –Wien : Nilpferd, 2018. – 48 S. überw. Ill. (farb.) ; 28 cm.
ISBN: 978-3-7074-5215-0  fest geb.: ca. € 19,95

„Ich lag im Bett und schlief nicht ein / war noch hellwach und ganz allein / Da plötzlich war an meiner Tür / ein Schatten erst / - und dann ein Tier.“
Das Nacht-Tier, das vorsichtig das Zimmer des Jungen betritt, ist aber keineswegs ein Monster aus einem Albtraum. Es handelt sich um ein liebenswertes Geschöpf mit blauem, wuscheligem Fell, einem kugelrunden Kopf, einer langen Nase und großen Kulleraugen.
„Wild sah es aus und schien doch zahm / Ich sagte komm! / Das Nacht-Tier kam.“
Da der Bub ohnehin nicht einschlafen kann, begibt er sich auf dem Rücken seines neuen Freundes auf eine Reise durch die nächtliche Stadt. Immer weiter geht es, hinaus aus der Stadt über Hügel, Wiesen, Seen und Berge. Das Nacht-Tier läuft, fliegt und schwimmt, bis die beiden wieder sicher zuhause landen, wo sie sich unter die Decke kuscheln.
„Dort schrumpfte es / und wurde klein / Es sagte schlaf! / Und ich schlief ein.“
Die Illustrationen, sowohl einseitig als auch beidseitig, sind in ein sanftes blau-grün getaucht. Als Kontrast dazu und zu dem weiß gehaltenen Jungen im hellblauen Pyjama dient das dunkelblaue Nacht-Tier. Es sticht durch seine Gestaltung hervor, als würde es nicht hierher gehören – als wäre es aus einer anderen Welt.
Auffallend ist auch die Struktur der einfach gehaltenen Handlung: Eine Doppelseite erzählt von einem neuen Reiseabschnitt und endet mit einer Aufforderung. Darauf folgt stets eine doppelseitige Illustration mit der jeweiligen Reaktion. „Ich blickte ringsumher und sah / wie alles sich in Kreise bog / Ich sagte flieg! / Das Nacht-Tier flog!“ Anhand der Reime und der Regelmäßigkeit dieser Aufforderungen lässt sich gut mitraten, was als Nächstes kommt, doch was wäre eine Regel, wenn es keine Ausnahmen gäbe?
„Das Nacht-Tier“ des deutschen Kinderbuchautors und Illustrators Jens Rassmus überzeugt mit schönen Reimen und phantasievollen Illustrationen, die eine friedliche und traumhafte Atmosphäre erzeugen. Ein liebevoll gestaltetes Einschlaf-Bilderbuch ab vier Jahren.

Alexander Pommer | STUBE

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Fredy Gareis: König der Hobos

: unterwegs mit den Vagabunden Amerikas / Fredy Gareis. - München : Malik, 2018. - 251 S. : Kt., [12] Bl. : Ill. (farb.)
ISBN 978-3-89029-482-7      kart. : ca. € 16,50

Tolle Reportage über die amerikanischen Hobos. (EL)

Der deutsche Journalist Fredy Gareis war einige Monate in den USA als blinder Passagier mit den legendären Hobos unterwegs, die unerlaubt auf Frachtzügen quer durch das Land fahren. In der Zeit der Großen Depression in den 1930er Jahren waren die Hobos ein Massenphänomen. Heute gibt es nur noch wenige dieser Eisenbahn-Tramps, ihre Zahl wird auf weniger als tausend geschätzt. Für den Autor verkörpern sie den uramerikanischen Traum von Freiheit. Sie sind für ihn die letzten noch wirklich Reisenden. Ihre abenteuerlichen Fahrten auf Güterzügen lassen sich am ehesten mit den Expeditionen von Abenteurern und Forschern vergleichen, die Nordamerika als Erste durchquerten.
Der Text von Gareis ist mehr als eine bloße Reisebeschreibung. Er ist ein literarischer Road-Movie und außerdem eine Einführung in das Leben der Hobo-Subkultur. Zugleich ist das Buch eine Auseinandersetzung mit Amerika, das besser als so mancher Reiseführer an das wirkliche Leben in den USA heranführt. Gareis schreibt dabei anschaulich und lebendig, langweilt keine Minute.
Das Buch ist aber auch die berührende Geschichte einer Freundschaft, die sich zwischen Gareis und seinem Hobo-Begleiter und Lehrer entwickelt. In dieser Freundschaft wird auch etwas von der Großzügigkeit und dem Edelmut der Hobos deutlich.
Gareis findet für seine Darstellung die passende Sprache. Nachhaltig beeindruckend an seinem Buch ist der romantische Geist, von dem es durchströmt ist. Die Lektüre dieses Hochamtes auf das Abenteurertum ist ein bereicherndes Vergnügen. Ein Gewinn für jede Bibliothek.

Karl Vogd | biblio

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Sibylle Lewitscharoff: Abraham trifft Ibrahîm

: Streifzüge durch Bibel und Koran / Sibylle Lewitscharoff ; Najem Wali. Die von Najem Wali verfassten Kapitel wurden von Christine Battermann aus dem Arab. übers. - Berlin : Suhrkamp, 2018. - 309 S.
ISBN 978-3-518-42791-0      fest geb. : ca. € 24,70

Erfrischende Zugänge zu neun biblisch-koranischen Glaubensgestalten. (PR)

Namen und damit verbundene Geschichten von biblischen Glaubensgestalten sind heutzutage ebenso ein Minderheitenwissen wie die Tatsache, dass viele von diesen auch im Koran vorkommen. Gerade Letzteres faszinierte aber den (muslimischen) Literaturwissenschaftler Najem Wali, der sich zusammen mit der (christlichen) Autorin Sibylle Lewitscharoff auf die Suche machte, um solche biblisch-koranische Gestalten ausfindig zu machen. Sie wurden fündig und einigten sich auf Eva/Hawwâ, Abraham/Ibrahîm, Moses/Musâ, Lot/Lût, Hiob/Ayyûb, Jona/Yunûs, König Salomo/Sulaimân, Maria/Maryam und den Teufel/Schaitân oder Iblîs; auf Jesus wird (leider) nur am Rande bei Maria hingewiesen. Autorin und Autor sind keine Theologen und gehen daher, losgelöst von theologischem Ballast, unbeschwert an die Texte heran. Während Lewitscharoff die Protagonisten aus biblischer Perspektive vorstellt und immer wieder spannende literarische Querverbindungen (Dante, Kierkegaard, Brentano) aufzeigt, macht Wali, der nahe am Korantext bleibt und kritisch die Interpretationsmethoden hinterfragt, mit den koranischen Versionen bekannt, die manche Zumutung der Bibel abschwächen (z.B. Opferung Isaaks) oder in Abrede stellen (z.B. Leiden und Tod Jesu). Die Lektüre verspricht in jedem Fall einen zweifachen Gewinn: Einmal lernt man die besprochenen religiösen Gestalten (wieder) besser kennen und dann wird durch die Bewusstmachung mancher Gemeinsamkeiten oder Unterschiede der interreligiöse Dialog zwischen den abrahamitischen Religionen (Judentum, Christentum, Islam) durchaus befördert.

Karl Krendl | biblio

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Nina Lykke: Aufruhr in mittleren Jahren

: Roman / Nina Lykke. Aus dem Norweg. von Ina Kronenberger und Sylvia Kall. - München : Nagel & Kimche [im Carl Hanser Verl.], 2018. - 269 S.
ISBN 978-3-312-01060-8 fest geb. : ca. € 20,60

Bitterböse Satire über den Zerfall einer Familie. (DR)

In Norwegen zählt Nina Lykke schon seit Längerem zu den bekannten RomanautorInnen, nun ist mit "Aufruhr in mittleren Jahren" ihr Debüt auf Deutsch erschienen. Seit 25 Jahren sind Ingrid, eine Lehrerin um die fünfzig, und der gleichaltrige, kürzlich beförderte Ministerialbeamte Jan ein Ehepaar. In einem Vorort von Oslo führen sie ein auf den ersten Blick unspektakuläres, gutbürgerliches Leben. Einzig die beiden erwachsenen Söhne wollen nicht so recht selbständig werden und wohnen nach wie vor im Hotel Mama mit Komplettservice. Während Ingrid sich für alles verantwortlich fühlt und der Spagat zwischen Beruf und Familie  in ihr immer größere Frustration, Leere und Wut auslöst, fühlt sich Jan in der leidenschaftslosen, zur Routine gewordenen Ehe gelangweilt und vernachlässigt. Schon hat seine jüngere, attraktive Arbeitskollegin Hanne, deren biologische Uhr heftig tickt, Witterung aufgenommen. Bald findet sich der bis dato kreuzbrave, passive Ehemann in einer heimlichen Affäre wieder, die für alle Beteiligten nicht ohne Folgen ist. Binnen kürzester Zeit steht das traute Heim in Flammen.
Dank der Übersetzerinnen Ina Kronenberger und Sylvia Kall bleiben die sprachliche Schärfe und Ironie des Originaltextes in der deutschen Fassung erhalten. Von einer distanzierten Beobachtungsperspektive aus wirft die Autorin einen analytischen Blick auf die zeitgeistigen Lebens- und Beziehungsprobleme in einer wohlstandsverwahrlosten Gesellschaft. Schonungslos bis zur Schmerzgrenze führen Lykkes bewusst übertrieben gezeichnete, prototypische Charaktere vor, wie Selbstsucht und notorische Unzufriedenheit ihre bislang gewohnte Lebensstruktur zersetzen, sodass eine Neudefinition ihres Daseins nötig wird. Dieser schwarzhumorige Familienroman bietet für LeserInnen in den "besten" Jahren jede Menge Gesprächsstoff und tröstet mit einem teils versöhnlichen Ausgang.

Elisabeth Zehetmayer | biblio

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Peter Härtling: Der Gedankenspieler

: Roman / Peter Härtling. - Köln : Kiepenheuer & Witsch, 2018. - 227 S.
ISBN 978-3-462-05177-3 fest geb. : ca. € 20,60

Außergewöhnlicher Roman über das Alter(n), Freundschaft und Einsamkeit. (DR

"Der Gedankenspieler" ist Peter Härtlings letztes Buch, das er knapp vor seinem Tod im Jahr 2017 fertiggestellt hat, das aber vom Lektor noch geringfügig überarbeitet wurde. Der 80-jährige Architekt Johannes Wenger sitzt nach einem Sturz im Rollstuhl und ist auf fremde Hilfe angewiesen. Dies will er jedoch auf keinen Fall so einfach akzeptieren, gleichzeitig spürt er die Reduktionen im Alltag immer mehr. Sein junger Hausarzt Dr. Mailänder unterstützt ihn einfühlsam bei der Bewältigung des Lebens, weiß aber, dass vermutlich keine Besserung mehr eintreten wird. In diesem Spannungsfeld lädt der Mediziner den gebrechlichen alten Mann zum Osterurlaub mit Frau und Kind nach Travemünde ein.
Wenger reagiert auf diese Einladung positiv, zeigt sich aber vor Ort durchwegs als Widerspruchsgeist, schlüpft in zahlreiche fiktive Gespräche mit längst verstorbenen berühmten Architekten und versucht immer mehr, sich gegen das Unvermeidliche zu wehren.
Härtling erzählt unglaublich subtil von dieser schwierigen Zeit, ohne ins Kitschige abzugleiten. Mit einer gehörigen Portion Selbstironie beschreibt er die Mühsal des Alter(n)s, aber auch die großen Glücksmomente in dieser letzten Lebensphase. Ein in jeder Hinsicht großartiger Roman für alle Generationen!

Heinrich Klingenberg | biblio

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Bettina Balàka: Kaiser, Krieger, Heldinnen

: Exkursionen in die Gegenwart der Vergangenheit / Bettina Balàka. - Innsbruck  : Haymon, 2018. - 191 S.
ISBN 978-3-7099-3424-1      fest geb. : ca. € 21,90

Sammlung interessanter zeitgeschichtlicher Essays. (GS)

Heute ist es selbstverständlich, dass Frauen in allen Berufssparten erfolgreich Fuß gefasst haben, doch es ist nur wenige Jahrzehnte her, dass die ersten weiblichen Busfahrerinnen oder Polizistinnen Aufsehen erregten und belächelt wurden, und selbst das Lenken eines Autos war für Frauen nicht alltäglich. Bettina Balàka beschreibt anschaulich, wie mutige Frauen um Emanzipation und Selbstbestimmtheit kämpften und wie lange, mühsam und steinig der Weg zur Gleichberechtigung in allen Lebensbereichen war.
In diesem Buch sind Texte der Autorin zu verschiedenen zeitgeschichtlichen Themen gesammelt, neben der Entwicklung der Frauenbewegung schreibt sie unter anderem über die Habsburger und ihre Nachwirkungen in die post-monarchistische Zeit und über die morbide Faszination des Krieges. Die kurzweiligen, gut recherchierten und mit einer gehörigen Portion Ironie verfassten Texte sind spannend zu lesen und historisch interessierten LeserInnen sehr zu empfehlen. Im Anhang befindet sich ein ausführliches Quellenverzeichnis.

Michaela Grames | biblio

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Matt Haig: Wie man die Zeit anhält

: Roman / Matt Haig. Dt. von Sophie Zeitz. - Dt. Erstausg. - München : dtv, 2018. - 379 S.
ISBN 978-3-423-28167-6      fest geb. : ca. € 20,60

Unterhaltsam, einfühlsam und tiefgründig - Matt Haig nimmt uns mit in die Welt eines 400-Jährigen. (DR)

Tom Hazard ist Geschichtslehrer und gilt als verschrobener Eigenbrötler, der Geschichte so lebendig vermitteln kann, als wäre er selbst dabei gewesen. Niemand ahnt, dass das tatsächlich der Fall ist, denn Tom wurde 1581 als Etienne in Frankreich geboren. Der Vater kommt in den Hugenottenkriegen ums Leben, Mutter und Sohn flüchten nach England. Bald schon ist klar, dass etwas an ihm ungewöhnlich ist - er scheint nicht zu altern. Der Hexenglaube in ihrem kleinen Dorf wird der Mutter zum Verhängnis. So schlägt sich Tom alleine durch, nie bleibt er lange, damit seine Alterslosigkeit nicht auffällt. Doch dann verliebt er sich in Rose, Tochter Grace wird geboren. Bald erkennt er, dass er seine kleine Familie verlassen muss, damit sie nicht dasselbe Schicksal erleidet wie seine Mutter. So zieht Tom herum, rastlos, ohne Liebe oder Freunde. Schließlich verliebt sich der Tom der Gegenwart in seine Kollegin Camille, aber alles in ihm wehrt sich dagegen.
Außerdem gibt es noch die geheimnisvolle Albatros-Gesellschaft, die aus Menschen wie ihm besteht - unglaublich langsam alternd und im Verborgenen lebend. Ihr Gründer Hendrich macht Tom klar, dass sie sofort als Versuchskaninchen in einem Labor verschwinden würden, sollte man ihr Geheimnis lüften. Doch allmählich kommen Tom Zweifel an Hendrichs Behauptungen.
Der Protagonist erzählt seine Geschichte nicht linear, sondern nimmt uns mit zu den unterschiedlichen Episoden seines Lebens, sodass sich wie bei einem Puzzle erst allmählich ein Gesamtbild ergibt. Obwohl er vielen interessanten Menschen begegnet, bleibt er immer im Hintergrund und empfindet sein langes Leben zunehmend als Fluch. Er möchte endlich im Hier und Jetzt leben können und sich auf die Menschen einlassen, die seinen Weg kreuzen.
Auch in seinem neuesten Roman widmet sich Matt Haig der Frage, was das Menschsein ausmacht und wie die Zeit uns dabei beeinflusst. Ein philosophisches Buch mit Tiefgang, Humor, Spannung und einem zutiefst menschlichen Protagonisten, dem man viele LeserInnen wünscht. Übrigens soll das Buch mit Benedict Cumberbatch in der Hauptrolle verfilmt werden.

Anita Ruckerbauer | biblio

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