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Buchtipps / 2010 / Juni

erstellt von der STUBE und dem Österreichischen Bibliothekswerk

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Christian Feldmann: Lebensbilder mutiger Christen

: Kurzbiographien / Christian Feldmann. Mit Zeichn. von Rolf Bunse. Freiburg: Herder, 2010. 144 S. : Ill.
ISBN 978-3-451-70962-3   fest geb. : ca. € 15,40

„Von Querdenkerinnen und Grenzgängern“ wird erzählt, heißt es im Vorwort dieses Sachbuchs. Von Beruf oder Berufung waren sie Krankenschwester wie Elsa Brändström, Schriftsteller wie Heinrich Böll, Ärztin und Pädagogin wie Maria Montessori oder Erzbischof wie Oscar Arnulfo Romero. In diesem Band wurden 30 alphabetisch geordnete Kurzbiographien von Menschen versammelt, die durch ihren gelebten Glauben oftmals gegen den Strom ihrer jeweiligen Zeit schwimmen und hohe Widerstände überwinden mussten. In den Mittelpunkt werden dabei ihre Hoffnungen und Sehnsüchte gestellt, wie das Miteinander der Menschen entgegen den herrschenden Zuständen verbessert werden könnte. Die jeweils fünf- bis sechsseitigen Einträge widmen sich der Lebensgeschichte samt den prägendsten Erlebnissen und zentralen Fragestellungen jedes und jeder Portraitierten.
Der Blickwinkel auf die Handlungen der Personen ist dabei stark an der oftmals staunenden Schilderung über den hohen Mut und Einsatzwillen orientiert. Zusätzlich dazu werden Passagen aus Tagebüchern oder Veröffentlichungen wiedergegeben, die einen Einblick in das Leben dieser GrenzgängerInnen erlauben und darauf verweisen, wie sie sich häufig im Spannungsfeld von Glaube, Hoffnung und Hoffnungslosigkeit bewegten. Die einzelnen Kapitel sind grafisch sehr offen mit viel Weißraum und nur einer Schmuckfarbe für ein gezeichnetes Portrait, die Zwischentitel und etwaigen Info-Boxen gestaltet. Kritisch anzumerken bleibt, dass nicht thematisiert wird, weswegen unter anderem der jüdische Arzt und Reformpädagoge Janusz Korczak in einen Band mit dem Titel „Lebensbilder mutiger Christen“ eingegliedert wurde, während dies bei Edith Stein, „die Jüdin, die Christin wurde und Jüdin“ blieb, viel deutlicher getan wurde.

Lukas Bärwald | STUBE 

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Aleksandra Machowiak / Daniel Mizielinski:
Treppe, Fenster, Klo

 : die ungewöhnlichsten Häuser der Welt / Aleksandra Machowiak ; Daniel Mizielinski. Aus dem Poln. von Dorota Stroinska. - Frankfurt a. M. : Moritz-Verl., 2010. - 155 S. : zahlr. Ill. (farb.)
ISBN 978-3-89565-217-2   fest geb. : ca. € 18,50

Häuser sind vom raumökonomischen Standpunkt her oftmals äußerst verschwenderisch angelegt. Der chinesische Architekt Gary Chang nahm den Bevölkerungsreichtum und den Aspekt der weit verbreiteten Wohnungsnot seines Heimatlandes zum Ausgangspunkt, um das Kofferhaus zu konstruieren. Ein Haus, in unmittelbarer Nähe der Großen Mauer, dessen innere Wände sich je nach Raumbedarf verschieben lassen und in dessen Boden sich unter Klappen eingelassene Kammern zur Benutzung als Küche, Bibliothek oder Arbeitszimmer verstecken. Dies ist nur eines von mehr als 30 Beispielen für außergewöhnliche und extravagante Häuser, die in diesem preisgekrönten Bilder vorgestellt werden. Da gibt es Häuser, die in Wassertürme integriert wurden, Häuser, die birnenförmig an Bäumen hängen, Häuser, die aufgeblasen werden, die komplett verglast sind…
In lockerem Comic-Stil werden Gesamt- und Detailansichten, Querschnitte und Lagepläne der Bauten gezeigt. Darüber hinaus finden sich weiterführende Informationen zu den verantwortlichen ArchitektInnen, den zu Grunde liegenden Ausgangsgedanken für ihre Konzepte und deren verschiedene Nutzungsmöglichkeiten. Dieses Sachbuch weckt mit spielerischer Leichtigkeit und einem eben solchem Zugang die Neugier an der Architektur und ihren unterschiedlichen Ausprägungsformen. Dieser globale Überblick zu ungewöhnlichen Häusern dieser Welt weist dabei auch immer über den rein praktischen Charakter einer Wohnstatt hinaus: Es geht den ArchitektInnen mit ihren Arbeiten um ein Eingehen auf Aspekte wie Umweltverträglichkeit, Multifunktionalität oder Ökonomie.

Lukas Bärwald | STUBE

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Mira Magén: Die Zeit wird es zeigen

: Roman / Mira Magén. Aus dem Hebr. von Mirjam Pressler. - München : Dt. Taschenbuch-Verl., 2010. - 395 S. - (dtv premium)
ISBN 978-3-423-24747-4      kart. : ca. € 15,40

Ein dramatischer Sommer im Leben einer israelischen Familie. (DR)

Mike und Cheli verbringen die Sommermonate am Strand, um mit einer Imbissbude ihr schmales Budget aufzubessern. Die motorisch gestörte 13-jährige Anna und der 5-jährige Tom kommen mit den Eltern mit. Anna hat große Probleme, die Koordination ihrer Beine beim Gehen in den Griff zu bekommen, doch heute scheint ihr großer Tag zu sein: Es ist bereits Mittag und sie ist noch kein einziges Mal gestolpert, deshalb will sie sich den Traum vom Fahrradfahren erfüllen. Damit er sie nicht verpetzen kann, setzt sie Tom auf den Gepäckträger und radelt los, auf den Anlegersteg zu. Ihren Sturz und Toms Aufprall mit dem Kopf auf den Asphalt beobachtet außer den Möwen keiner, Anna flüchtet und vergräbt ihr schreckliches Geheimnis tief im Inneren. Dieser Unfall verändert das Leben der Familie radikal: Tom erleidet einen Schädelbruch und fällt ins Koma. Annas Eltern stellen den jungen Äthiopier Edisso als Hilfe in der Imbissbude ein, weil sie viel Zeit im Krankenhaus verbringen. Anna droht die Schuld zu erdrücken, sie existiert nur mehr am Rande eines Zusammenbruchs, das Geheimnis ist zu schwer für sie, Edisso jedoch entpuppt sich als wahrer Freund in dieser Situation.
Die ganze Familie ist durch dieses Ereignis in den Grundfesten erschüttert, die Wertigkeiten jedes einzelnen Mitgliedes verschieben sich, das so sicher scheinende Geflecht droht zu zerreißen, bevor sich aus allem Leid doch die Gewissheit herausschält, dass die Liebe überlebt, die Liebe, die alles zusammenhält und durch die das Leben, wie immer es sich gestaltet, seinen Wert behält.
Die Autorin vermittelt ein derart warmes und leidenschaftliches Bild ihrer Protagonisten, dass man mit ihnen zu fühlen vermeint. Durch den intensiven Schreibstil geht die Lektüre dieses Buches unter die Haut. - Sehr empfehlenswert.

Hertwiga Kröss | biblio
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Paulus Hochgatterer: Das Matratzenhaus

: Roman / Paulus Hochgatterer. - Wien : Deuticke, 2010. - 293 S.
ISBN 978-3-552-06112-5      fest geb. : ca. € 20,50

Was ist ein Döbel? „Ein Friedfisch, der eine halbe Räuberseele hat und manchmal die eigene Brut frisst.“
Furten bezeichnen Untiefen, an denen der Übertritt an ein anderes Ufer gelingen kann - Furten öffnen Räume, Furten bergen Gefahren. Wie in seinem letzten Roman „Die Süße des Lebens“ spielt auch der neue Roman von Paulus Hochgatterer in Furth am See und wiederum bilden der Psychiater Raffael Horn und der Kommissar Ludwig Kovacs die zwei Brennpunkte dieser äußerst fein und komplex gearbeiteten literarischen Ellipse.
Im Vordergrund von Hochgatterers Erzählen stehen der Alltag von Klinik, Schule, Polizei sowie das Privatleben von Kovacs und Horn. Im Hintergrund stehen ein tödlicher Unfall, der auch ein Verbrechen darstellen könnte, und das titelgebende Matratzenhaus - ein Ort des sexuellen Missbrauchs von Kindern, an dem wir zwei Mädchen indischer Herkunft begegnen.
Auch in diesem Roman verzichtet Hochgatterer auf eine Erzählerinstanz, die uns die Dinge darlegen und erläutern würde - aus verschiedenen Ich-Perspektiven und bedingungslos subjektiv erhalten wir Wirklichkeitsausschnitte, die kapitelweise aneinandergereiht die LeserInnen zum Zusammensetzen der Puzzleteile und somit zu hoher Wachsamkeit zwingen. Es ist die hohe Kunst von Hochgatterer, sein Thema der Gewalt an Kindern leitmotivisch in unterschiedlichsten Tonarten und Tonlagen durchzumodulieren: Die Grundantriebe rund um Aggression und Autoaggression finden sich in allen Figuren wieder, die Muster ihres Auslebens bzw. ihrer Bewältigung zeigen sich jedoch in einer Vielfalt, wie sie nur ein guter Psychiater und hervorragender Autor darzustellen vermag.
Ein herausfordernder Roman, der erschreckende Perspektiven öffnet, hinter den Mustern des Verletzens und Selbstverletzens aber in verschiedenen Figuren den Traum von einer verständnisvollen und zärtlichen Welt am Leben hält.

Reinhard Ehgartner | biblio
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Gabi Kreslehner: In meinem Spanienland

: Roman / Gabi Kreslehner. - Wien : Picus-Verl., 2010. - 197 S.
ISBN 978-3-85452-649-0   fest geb. : ca. € 19,90

Vom Hunger nach Liebe - beklemmende Geschichte einer schmerzhaften Mutter-Tochter-Beziehung. (DR)

Nach dem vielfach mit Preisen ausgezeichneten Jugendbuch "Charlottes Traum" (2009) legt die Oberösterreicherin Gabi Kreslehner nun ihren ersten Roman für Erwachsene vor, der um eine schmerzhafte Mutter-Tochter-Beziehung kreist. In "In meinem Spanienland" erzählt Carmen, die Protagonistin, ihre Geschichte vom "Nichtskönnen und Nichtswerden und Nichtssein" (S. 198), vom beständigen Kämpfen - um die Liebe der Mutter, um Zuneigung, Geborgenheit.
Carmens Mutter Steffi, eine selbstbezogene, egoistische Person, sucht zeitlebens Bestätigung in den Armen junger, potenter Liebhaber, die Tochter, die "blöde Kuh" oder "das Mensch", ist ihr nicht mehr als ein Klotz am Bein. Einzig in den Nächten, in denen Steffi erfüllt von großer Traurigkeit in der Wirtshausküche steht und besonders erlesene Speisen kreiert, fällt mitunter eine kleine Geste der Zuneigung für die ihr zu Füßen kauernde Tochter ab, die nach Liebe hungert. Und Essen in sich hineinstopft, denn irgendwie muss sie ja gestillt werden, die Sehnsucht, oder zumindest eingedämmt, zugeschüttet. So verbarrikadiert Carmen ihre Gefühle, ihre Tränen, schließt sie ein, lässt sie nicht mehr hervorkriechen. Ist die Mutter nicht verfügbar, holt sich der Stiefvater Carmen zu sich ins Bett, der Brechreiz wird ihre einzige Waffe, um sich gegen sexuelle Übergriffe zu schützen.
Es ist ein Heranwachsen ohne Zuneigung, ein Leben voller Verletzungen, ein Ausgehungertsein nach Liebe, eine Geschichte vieler Abschiede, die Kreslehner hier sprachlich virtuos schildert: Carmen ist sechs, als der von ihr bewunderte Vater die Familie verlässt. Fortan träumt ihn sich das Mädchen mit der überbordenden Fantasie herbei, denkt ihn sich am Meer, in einem fernen "Spanienland", das zur Projektionsfläche ihrer Sehnsüchte wird. Dann der Schmerz und die Trauer über den Tod der besten Freundin: ein Schmerz, der ihr ganzes Leben umfängt. Die mitunter drastische, dann wieder sehr poetische Erzählweise nutzt Kreslehner bewusst als Stilmittel, sie dient Carmen, der Erzählenden, wohl als Schutz, um die traumatischen Erlebnisse auf Distanz zu halten. Ein Buch für Literaturkreise, Lektüre, die aufreibt, verstört, betroffen macht. Sehr empfehlenswert.

Cornelia Gstöttinger | biblio
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Fabrizio Gatti: Bilal

: als Illegaler auf dem Weg nach Europa / Fabrizio Gatti. Aus dem Ital. von Friederike Hausmann und Rita Seuß. - München : Kunstmann, 2010. - 457 S. : Ill. (farb.), Kt.
ISBN 978-3-88897-587-5   fest geb. : ca. € 25,60

Als Illegaler auf einer der berüchtigsten Transitrouten durch Afrika nach Europa. (GS)

Der Autor macht sich anonym auf den Weg, um hautnah die Umstände der langen Reise von zigtausenden Asylanten, die ins gelobte Europa kommen möchten, am eigenen Leib zu erfahren. Startpunkt ist Dakar im Senegal, dann geht es durch Mali und den Niger an die Grenze zu Libyen. Wer bis dorthin kommt, wurde bereits x-mal ausgeraubt, geschlagen, gedemütigt, hauptsächlich durch Polizei oder Militär. Um aber nach Libyen geschmuggelt zu werden, braucht man wieder Geld, von dem man nicht weiß, wie man es verdienen soll. Schafft man es trotzdem irgendwie, steht man am Strand in Libyen vor dem gleichen Problem, denn eine Überfahrt in den abgewrackten Holzbooten nach Italien kostet abermals Geld, außerdem riskiert man sein Leben. Landet man dann doch auf der italienischen Insel Lampedusa, hat man noch gar nichts gewonnen, denn als Illegaler wird man mit hoher Wahrscheinlichkeit zurück nach Libyen abgeschoben, wo man erst einmal für unbestimmte Zeit im Gefängnis verschwindet. Nur ein winziger Prozentsatz kommt aus dem Auffanglager in Lampedusa heraus und taucht dann sofort in die Schwarzarbeit ab, was gleichbedeutend mit Untergrund ist. Aber auch in Lampedusa, also in Europa, ist die Behandlung dieser geschundenen Menschen entsetzlich. Auch hier setzt es Schläge, Demütigungen, Essensentzug.
Fabrizio Gatti, angesehener Journalist von "Corriere della Sera" und "Espresso", hat bereits früher unter falschem Namen als illegaler Erntehelfer, in Obdachlosenquartieren, in einer Strafanstalt und im Mafia- und Drogenmilieu gelebt und recherchiert. Neben dem Europäischen Journalistenpreis 2007 erhielt er für "Bilal" 2008 den Premio Terzani. Gatti schildert die katastrophalen und menschenunwürdigen Zustände auf dieser Transitroute derart eindringlich, dass einem dieser Bericht nicht nur unter die Haut, sondern auch nicht mehr aus dem Kopf geht. Das Buch müsste eigentlich eine Pflichtlektüre für alle Europäer sein. - Empfehlenswert, aber keine Abendlektüre.

Hertwiga Kröss | biblio
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Carmen Rohrbach: Im Reich von Isis und Osiris

: eine Nilreise von Abu Simbel bis Alexandria / Carmen Rohrbach. - München : Malik, 2010. - 285 S. : Ill. (farb.), Kt.
ISBN 978-3-89029-755-2   fest geb. : ca. € 20,60

Eindrucksvoller Reisebericht über das Land der Pharaonen. (EL)

Bei Autorin Carmen Rohrbach (u. a. promovierte Biologin und Verhaltensforscherin aus der ehemaligen DDR, wo sie nach missglückter Flucht zwei Jahre im Gefängnis saß) kommt der natürliche Drang, andere Länder, Völker und Kulturen zu erforschen, sowie das dabei empfundene Glücksgefühl sehr gelungen zum Ausdruck.
In ihrem nun erschienenen Reisebericht geht es um Ägypten, ihre Reise beginnt in Assuan, wo sich der größte künstlich angelegte Stausee der Welt befindet, und wird sie entlang des Nils bis nach Alexandria führen. Großteils abseits der touristischen Trampelpfade unterwegs, schildert sie ihre Begegnungen mit den Einheimischen unvoreingenommen und authentisch, die Kenntnis der arabischen Sprache ist ihr dabei sehr nützlich. Die Beschreibungen der berühmten Sehenswürdigkeiten sind eingebettet in informative historische Rückblicke, die Rohrbach sprachlich gekonnt mit dem Status quo der Neuzeit verbindet. Besonders eindrucksvoll ist die spannende Schilderung eines mehrtägigen, zum Teil nicht ungefährlichen Ausflugs in die Wüste, den sie zusammen mit ihrem Reisegefährten, einem ihr sehr ans Herz gewachsenen Esel namens Aton, unternimmt.
Die Herangehensweise der Autorin an für europäische Verhältnisse problematische Sachverhalte wie z. B. der dort zur Normalität gehörenden Tieresmisshandlung kommt ohne Moralisierung oder Pedanterie aus, was ihr Plädoyer für den richtigen Umgang mit Menschen, Tieren und auch dem Weltkulturerbe einer einst äußerst imposanten Hochkultur noch effektiver zur Geltung bringt. Das ausgewogene Verhältnis zwischen Erlebnisbericht und Hintergrundinformation unter Verwendung eines gut lesbaren, flüssigen Stils in Form einer sehr feinfühligen, ausdrucksstarken und bilderreichen Sprache machen dieses Buch zu einer wertvollen Möglichkeit, dieses Land, dessen Bevölkerung und Kultur(en) näher kennenzulernen.

Christoph Stitz | biblio
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Liborius Olaf Lumma: Crashkurs Liturgie

: eine kurze Einführung in den katholischen Gottesdienst / Liborius Olaf Lumma. - Regensburg : Pustet, 2010. - 180 S. : Ill.
ISBN 978-3-7917-2252-8   kart. : ca. € 17,40

Was Katholiken über ihren Gottesdienst wissen sollten. (PR)

Es gibt Bücher, über die man mit viel Freude berichtet. Zu diesen gehört "Crashkurs Liturgie", in dem der Verfasser (wissenschaftlicher Mitarbeiter des Fachbereiches Liturgiewissenschaften an der Universität Innsbruck) das Kunststück geschafft hat, wissenschaftlich fundiert und dabei gut verständlich und basisorientiert Grundwissen über den katholischen Gottesdienst zu vermitteln. Er thematisiert Eucharistiefeier, Tagzeitenliturgie, die Feier der Sakramente sowie volkstümlichere Formen und greift auch Themen wie Kirchenraum, liturgische Gewänder und Ämter und den Festkalender auf. Ein Novum in den für die "Basis" gedachten Ausführungen zur Liturgie - und daher ein besonderes Verdienst - ist die Einbeziehung der östlichen Gottesdiensttradition, die ja auch in der römischen Kirche ein Standbein hat, das immer mehr beachtet wird. Hilfreich sind die zahlreichen Übersichten und Tabellen, das Abschlusskapitel "Grundelemente und Theologie der Liturgie" bietet viele und gute Anregungen zur Reflexion der eigenen liturgischen Praxis.
Ein Grundlagenwerk, an das keiner vorbeigehen sollte, der sich für Liturgie interessiert bzw. der für die Liturgie in Pfarren oder Gemeinschaften verantwortlich ist.

Hanns Sauter | biblio
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