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biblio : Katalogisierung

RAK / Geschichte der Kataloge

Entwicklungslinien

Am Beginn

foto Die älteste Form Bücher zu verzeichnen, erfolgte durch Bücher. Erhalten ist z.B. die Bibliotheca Universalis von Konrad Gessner, die Mitte des 16. Jhs erschien und die Werke von ca. 3.000 AutorInnen verzeichnet.


Der Preußische (Deutsche) Gesamtkatalog

foto Beginn 1880. Da es in Deutschland, anders als in England oder Frankreich, keine große zentrale Nationalbibliothek gab, bildete dieser Katalog die Grundlage für eine Gesamtübersicht und einen ersten Fernleihverkehr - und somit für eine Art ideeller Nationalbibliothek.

Bandkataloge

fotoDer handgeschriebene Bandkatalog (Nominalkatalog 1500-1931) der Universitätsbibliothek Wien wurde ab 1884 angelegt und mehrfach umgeschrieben und ergänzt. Das System: Jede zweite Seite wurde in streng alphabetischer Ordnung der Autoren bzw. Titel voll beschrieben, die dazwischenliegenden Seiten wurden dagegen für etwaige Nachträge freigehalten. Die nachträglich eingefügten Eintragungen auf diesen Seiten sind nicht alphabetisch geordnet sondern chronologisch.


 

Georg Eberl: "Als ich Eisenbahner wurde"

foto     "Mein Ziel war die Volksbibliothek, die sich zu jener Zeit in einem Haus am Rudolfskai befand. Bereits nach einer halben Stunde stand ich an einem ihrer Schalter, durch dessen Schubfenster ich in hohen Regalen, die sich in rückwärtige Räume fortsetzten, lange Reihen von Büchern stehen sah. Es war ein Anblick, der mein Herz höher schlagen ließ. Eine freundliche, ältere Frau, deren stilles Wesen mich an meine liebe Mutter erinnerte, fragte nach meinem Begehr. Da gerade niemand im Parteienraum war, vertraute ich mich ihr gleich an: daß ich Bücher über alles liebe und mir gern welche ausleihen möchte. Die Frau nickte verstehend und erkärte mir mit freundlichen Worten die Ausleihbedingungen. Gegen eine Monatsgebühr von 40 Hellern konnte man sich innerhalb dieser Zeit beliebig oft ein Buch ausleihen, wer sich noch eine Zusatzkarte zu 20 Heller leistete, bekam gleichzeitig noch ein Werk aus der "Belehrenden Abteilung". Die Frau fragte, ob ich mir auch einen Katalog zulegen wolle, es sei soeben ein neuer erschienen. Sie langte in ein Regal und legte ein broschiertes Buch von 300 Druckseiten vor mich hin. Das sei der neue Katalog, sagte sie, er koste zwar eine ganze Krone, würde mir aber gute Dienste leisten, weil ich mit seiner Hilfe zu Hause bequem und in aller Ruhe meine Bücherwünsche zusammenstellen könne. Ich nahm den Katalog zur Hand, und während ich darin blätterte, überlegte ich fieberhaft, ob ich mir diese große Ausgabe jetzt schon leisten durfte. Der Vorrat an Silberkronen, mit denen ich bis zur nächsten Auszahlung reichen musste, war klein, dafür aber war ein Monat - besonders in seinem letzten Drittel, sehr, sehr lang! Der Kampf in meinem Innern war heftig, aber kurz. Der Katalog siegte, die Einwände gegen seinen Kauf unterlagen. Ich nahm mir vor, in den nächsten Tagen nur Obst und Brot zu essen, um so die Krone einzusparen."
Eberl, Georg: Als ich Eisenbahner wurde. Roman. - Wien: Österr. Verlagsanst. (1971). 343 S. 88


Zettelkataloge

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Sie bildeten bis vor kurzem das Herzstück der Sacherschließung in wissenschaftlichen (und auch öffentlichen) Bibliotheken.

  • Autorenkatalog
  • Titelkatalog
  • Schlagwortkatalog
  • Kreuzkatalog - verbindet (ähnlich wie ein Wörterbücher) Autoren und Schlagwörter in einem einzigen Katalog

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Über Kat-Zoom-Zugänge sind alte Zettelkataloge teilweise über Internet zugänglich gemacht worden.
Kat-Zoom-Katalog der Österreichischen Nationalbibliothek


Microfiche

fotostellte an sich keine neue Katalogform dar, sondern eine andere Form platzsparender Aufbereitung. Diese Technologie bildete auch eine Form von Sicherung.

Elektronische Kataloge

veränderten und revolutionierten in Verbindung mit dem Internet die bibliothekarische Arbeit und die Möglichkeiten für BibliothekarInnen und BenutzerInnen.

Projekte . Kooperationen