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Projektpartnertreffen "Katalogisate online"

ProjektpartnerInnen-Treffen "Katalogisate online"

25. Mai 2009, Stadtbibliothek Salzburg

 


Seit nunmehr fünf Jahren arbeitet die Projektgruppe von „Katalogisate online“ daran, allen interessierten KollegInnen die Arbeit bei der Titelaufnahme zu erleichtern und uneingeschränkten, kostenlosen Zugriff auf qualitätsvolle Katalogisate via Internet zu bieten. Wie wir aus Rückmeldungen wissen und bei Fortbildungen sehen, ist dieses Angebot für viele BibliothekarInnen in Österreich und den Nachbarländern mittlerweile ein unverzichtbares Werkzeug in der täglichen Arbeit.

Um die Arbeitsweisen und Ansetzungsformen besser aufeinander abzustimmen und gemeinsam Weiterentwicklungen und neue Ziele ins Auge zu fassen, finden gelegentlich Zusammenkünfte statt. Den Tagungsort des ProjektpartnerInnen-Treffens 2009 bot die neue Stadtbibliothek Salzburg in einem ihrer modernen Seminarräume, was einigen TeilnehmerInnen erstmals die Möglichkeit gab, unter Führung von Dr. Helmut Windinger, dem Leiter der Stadtbibliothek, einen Blick in das neueste Flaggschiff der österreichischen Bibliothekslandschaft zu werfen.

ProjektpartnerInnen-Treffen 2009

Nach einer kurzen Darstellung der aktuellen Entwicklungen rund um das Projekt gab Christine Weyrer, die seit Projektbeginn die Daten der Stadtbibliothek Salzburg bereitstellt, einen Einblick in die konkrete Arbeitsweise hinsichtlich der Medienauswahl und Medienerschließung in ihrer Bibliothek.

Um eine bessere Vorstellung von bibliothekarischen Angeboten und Arbeitsformen außerhalb Österreichs zu bekommen, erläuterte Dr. Daniel Weger vom Bibliothekarsverband Südtirol die Dienstleistungen im Bereich der Medienerschließung in Südtirol, wo die Bibliotheken über den Medieneinkauf, Katalogisierung, Systematisierung und Beschlagwortung bis zur entlehnfertigen Medienaufbereitung alles in Auftrag geben können. Ein traumhafter Service, der für ehrenamtlich geführte Bibliotheken kostenlos, für hauptamtlich geführte zu einem günstigen Tarif erfolgt.

Die Datenwaschmaschine im Test

Um allen einen Einblick in den Aufbau und die Arbeitsweise der von uns entwickelten Datenwaschmaschine zu geben, erläuterte und demonstrierte ihr Entwickler, Michael Erbschwendtner, anhand konkreter Daten die sekundenschnelle Aufbereitung von 1.200 Katalogdaten der Stadtbücherei Dornbirn. Im Hinblick auf Datenänderung und -anpassung wurde in Form der Datenwaschmaschine ein sehr vielfältiges und flexibles Werkzeug geschaffen, das bei künftigen Veränderungen der Regelwerke im Bereich von Katalogisierung und Beschlagwortung noch eine wichtige Rolle spielen kann.

Was kommt nach RAK?

Um diese aktuellen Veränderungen im Regelwerk der Medienerschließung, die die wissenschaftlichen Bibliotheken schon voll erfasst haben, ging es in den Ausführungen von Mag. Martin Stieber, einem Projektpartner der ersten Stunde. Er erklärte die innere Logik und die Grundprinzipien von RDA (Ressource Description Access), das breiten Überlegungen zufolge als globales Regelwerk die gemeinsame Nachfolge der AACR (Anglo-American Cataloguing Rules) und der RAK (Regeln für die Alphabethische Katalogisierung) antreten möchte. Während die Logik dieser Medienerschließung stark vom Ansatz der RAK abweicht und alle gegebenen und möglichen Formen von Werken und ihre konkreten Erscheinungweisen (Buch, CD, Online-Ressource ...) gleichrangig bedenkt, kann man davon ausgehen, dass sich die praktische Arbeit auf Seiten der BibliothekarInnen nicht allzusehr von der bisherigen unterscheiden wird. Im Rahmen von „Katalogisate online“ werden wir diese Entwicklungen mitverfolgen und ihre Auswirkungen auf die Welt der Öffentlichen Bibliotheken bedenken und begleiten, um rechtzeitig die Brücken für Umstiege und Übergänge zu schaffen.

ProjektpartnerInnen-Treffen 2009

Arbeitspraxis und neue Ziele

Der letzte Hauptpunkt der Tagung galt unserer praktischen Arbeit mit ihren offenen Fragen und Problemen. Diese von Anita Ruckerbauer und Reinhard Ehgartner moderierte Diskussion zeigte den Wunsch nach größerer Abstimmung in den Ansetzungsformen. So soll z.B. die Datenwaschmaschine genutzt werden, um über die ISBN die Einträge bei den Verlagsnamen zu vereinheitlichen. Für einige offene Fragen im Bereich von Abkürzungen wird eine Unterlage erstellt und gemeinsam möchte man sich daran machen, im nächsten Entwicklungsschritt verstärkt elektronische Medien in das Projekt hereinzuholen.

Mit einem gemeinsamen Mittagessen, bei dem die Diskussionen und der persönliche Austausch weiter gepflegt wurden, beschlossen wir das ProjektpartnerInnen-Treffen. Das weit über Österreich hinausgehende Interesse am Projekt zeigt, dass hier eine Plattform geschaffen wurde, die wichtige Dienste für die BibliothekarInnen leistet. Neue ProjektpartnerInnen sind herzlich willkommen.

Anita Ruckerbauer & Reinhard Ehgartner

 

 

 

 

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