Die Literaturdatenbank des Österreichischen Bibliothekswerks
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Mare Polare
/ Roberto Fraga. Ill.: Barbara Kinzebach - Edling : Selecta, 2004. ; 34 x 23 x 5 cm - (Selecta-Spiele; 3577)
         Karton : ca. € 33,00
(14 Eisschollen, davon 1 mit Spiegel, 1 Iglu, 1 Eisberg, 4 Inuit-Figuren mit Harpune, 10 Rezept-Karten, 1 Würfel, 1 Sack mit 64 Fischen, 1 Spielanleitung)

Rezension:

Vielfältiges Sammelspiel mit Merk-, Würfel- und Tastelementen für 2-4 Spieler ab 4 Jahren, aufgenommen in die "Nominierungsliste zum Kinderspiel des Jahres 2004". (SP)

Eskimos auf der Suche nach Fischen für ihre Fischsuppe streifen mit Harpunen über polare Eisfelder. An die Brust geheftet ist eine Liste der Zutaten für ihre Suppe, denn je nach individuellem Familienrezept benötigt jeder Spieler für seine Suppe nur drei der vier Fischarten in unterschiedlicher Anzahl. Gezogen wird entsprechend den Würfelaugen geradlinig über die Eisschollen, wobei gegnerische Figuren, Iglu und Eisberg nicht übersprungen werden dürfen. Allerdings ändert sich der Spielplan ständig, da nach jedem Zug die Starteisscholle umgedreht und an anderer Stelle neu eingefügt wird. Bei einem Eisloch angekommen, darf der Inuit sein Anglerglück versuchen und aus dem Sack durch Ertasten einen passenden Fisch herausholen. Die Fischsorten unterscheiden sich nämlich nicht nur durch ihre Farbe, sondern auch durch die äußere Form. Passt der Fisch, wird er auf die Harpune gesteckt. Glaubt ein Spieler, alle benötigten Zutaten gesammelt zu haben, zieht er zur Igluscholle und kontrolliert seinen Fang anhand der Rezeptkarte. Der erste kochbereite Spieler gewinnt. Wer unterwegs sein Rezept vergisst, darf am Orakelberg auf der Eisbergscholle sein Glück versuchen und mit Hilfe der verspiegelten Oberfläche der Scholle seiner Spielfigur vorsichtig unters Lätzchen schauen.

Wie von Selecta gewohnt, ist "Mare Polare" ein Kleinkinderspiel in erstklassiger Ausstattung. Allerdings ist die Altersangabe mit 4 Jahren optimistisch niedrig angesetzt, für die meisten dürfte wohl 5-6 Jahre eher zutreffen. Denn man darf nicht übersehen, dass die kleinen Spieler mit dem komplexen Zugmechanismus, dem Merken der Rezeptkarte und dem Ertasten der Fische doch ziemlich gefordert werden. Mit Berücksichtigung dieses Umstandes ist das Spiel aber eine wertvolle Bereicherung jedes Kleinkinder-Spielbestandes und kann uneingeschränkt allen Beständen sehr empfohlen werden.

*bn* Andreas Waltenstorfer

Quelle: bn.bibliotheksnachrichten