Detail
- Medium
Raffelt, Albert:
Theologie studieren
: Einführung ins wissenschaftliche Arbeiten
/ Albert Raffelt
- 7. Aufl., überarb. und erw. Ne
- Freiburg ; Basel ; Wien
: Herder,
2008.
- 351 S.
ISBN 978-3-451-29815-8 / 3-451-29815-5
kart. : ca. € 18,50
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Rezension:
Das mittlerweile in siebten Auflage erschienene Werk "Theologie studieren" (vormals "Proseminar Theologie") von Albert Raffelt kann mit Recht als der Klassiker unter den Einführungen in das wissenschaftliche Arbeiten im Bereich der Theologie bezeichnet werden. Seit seiner ersten Auflage im Jahr 1975 wurde es bis heute bereits sieben Mal überarbeitet und liefert nunmehr auf 351 Seiten (1. Aufl. 176 Seiten) einen umfassenden Überblick über die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens. In der Neuauflage berücksichtigt Raffelt vor allem die sich rasch ändernden Kommunikationstechnologien, wie etwa die Nutzung der digitalen Medien oder der online-Literatursuche. Hier liegt unübersehbar eine der Stärken des Buches, da es ihm gelingt, in das komplexe Gebiet der online-Literaturrecherche, besonders in die verschiedenen theologischen Datenbanken, einzuführen. Mittlerweile sieht man dem Werk allerdings seine unterschiedlichen Entwicklungsstufen an, weshalb dem Autor eine kritische Durchsicht bzw. Überarbeitung der älteren Teile dringend empfohlen wird. So wirkt etwa der Abschnitt über die Schreibmaschine im Kapitel "Der Arbeitsplatz: Geräte, Hilfsmittel, Programme" (142-170) mehr als anachronistisch. Sowohl der Hinweis auf die vielseitig einsetzbaren "Tageslichtprojektoren" als auch die Aufzählung der "praktischen Hilfsmittel", die vom "Stundenplan" bis zum "berühmten Schweizer Messer" reicht, wird der Situation heutiger Studierender nicht mehr unbedingt gerecht (143f.). Eine eventuelle Kürzung dieser Kapitel würde die Benutzerfreundlichkeit für Studierende erhöhen, zumal mit dem aktuellen Umfang des Buches ohnehin die obere Grenze für ein Einführungswerk erreicht ist.
In früheren Rezensionen (seit der 4. Aufl.) wurden die für einige etwas zu umständlich geratenen Zitierregeln (nach DIN 1505 T.2) kritisiert. Neben den üblichen biografischen Angaben verlangt diese Norm etwa auch die genaue Auflagenbezeichnung, Nennung des Verlags und gegebenenfalls Zusatzinformationen ("Format, Umfang, ISBN bzw. ISSN, Erläuterungen", 113). Besonders die Verwendung von sog. Deskriptionszeichen mit ihrem einleitenden "Spatium" (= Satzzeichen vor und hinter dem eine Leertaste gesetzt wird 126f.) wirken umständlich, da man im deutschsprachigen Raum nie Spatien vor Satzzeichen setzt. Folgt man der erwähnten DIN-Norm, so geht aus dem Kurzzitat "Karl Rahner : Bilder eines Lebens. Freiburg 1985." hervor, dass hier ein Buch über Rahner und nicht von Rahner vorliegt. Das kursiv Gedruckte signalisiert "Titel", das Deskriptionszeichen "Doppelpunkt" den Untertitel. Im Unterschied dazu gibt "Karl Rahner: Gebet des Lebens. Freiburg 1984." (beide Bsp. 129f.) an, dass es sich um Texte handelt, die Karl Rahner selbst verfasst hat.
Auch wenn diese Regeln in der Praxis vielerorts (noch) keine Anwendung finden, erscheint das damit verbundene Anliegen einer internationalen Vereinheitlichung der Zitierrichtlinien sehr wohl nachvollziehbar. Zumindest die passive Kenntnis solcher Normen ist der fortschreitenden Standardisierung wegen im Bereich der bibliografischen Angaben von Vorteil. Im Übrigen gilt auch hier in necessariis unitas, in dubiis libertas.
In der praktischen Erfahrung im Lehrbetrieb haben sich bei den Studierenden die gut gegliederten letzten Kapitel ("Bücher- und Medienkunde" und "Abkürzungsverzeichnis" 259-342) als besonders nützlich erwiesen. Das Buch punktet vor allem als Nachschlagewerk, das nicht nur für das Theologiestudium, sondern auch darüber hinaus gut zu verwenden ist. Oft werden viele technische Fertigkeiten des wissenschaftlichen Arbeitens noch nicht am Beginn des Studiums benötigt. Erst bei der späteren Abfassung größerer wissenschaftlicher Arbeiten erweist sich das Werk als nützliches Kompendium. "Theologie studieren" sollte in keiner einschlägigen Fachbibliothek fehlen, da es ihm gelingt, die Techniken des wissenschaftlichen Arbeitens so zu präsentieren, dass sowohl Studierende als auch Experten gerne damit arbeiten.
*Theologisch-Praktische Quartalschrift* 1/2010 Andreas Bieringer
Quelle: Theologisch-Praktische Quartalschrift
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