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Maier, Hans:
¬Die¬ Kirchen und die Künste : Guardini lectures / Hans Maier - München : Schnell & Steiner, 2008. - 80 S.
      ISBN 978-3-7954-2052-9 / 3-7954-2052-0    fest geb. : ca. € 13,30

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Rezension:

Unter vier Überschriften wird das Verhältnis von Kunst und Religion reflektiert: I. Spiel vor Gott - Liturgie als Kunstimpuls; II. Bibel, Wort und Ton; III. Bilderstreit - Bilderfrieden; IV. Kann das Christentum schön sein? Die Vorlesungen zeugen von einem breiten historischen Wissen und zeichnen sich durch eine frische, lebendige Sprache aus. Dabei setzt sich der Autor weniger mit konkreten, historisch durchaus sehr unterschiedlichen Werken auseinander, sondern sucht vielmehr Aussagen grundsätzlicher, sehr wohl aus einer Kenntnis der Künste gespeisten, Art. So liest man zur Frage nach einer christlich verstandenen Schönheit: "Es ist wahr: Das griechische Ideal der Schönheit und Wohlgeratenheit, der Mensch des Agon, der seinen nackten Leib der Sonne darbietet, das alles geht im Christentum dahin. Aber nicht deshalb, weil christlich-jüdisches Ressentiment der antiken Sinnlichkeit Gift eingeflößt hat […], sondern weil das Christentum die Menschen gelehrt hat, die ganze Welt (und nicht nur ihre idealische Oberfläche) zu sehen. Fortan gehören zu den Menschen, denen der Ruf des Menschensohnes gilt, auch die Armen, Kranken, Hässlichen, Getretenen, Gefolterten - kein Christ sollte sich über die deformierten Menschenbilder (und Christusbilder!) der modernen Kunst wundern und erschrecken …" (73) Ob mit "idealischer Oberfläche" der Schönheitskanon der Griechen adäquat getroffen ist, sei dahingestellt; doch der Versuch, den Schönheitsbegriff unter christlicher Perspektive neu zu fassen, was eine sowohl ästhetische als auch ethische Umwertung impliziert, verdient Aufmerksamkeit.

So sehr schließlich der Blick auf alle künstlerischen Gattungen zu würdigen ist, so nimmt sich demgegenüber die Bibliografie etwas dürftig aus. Insgesamt liegt damit ein Bändchen vor, das sich gut liest, aber - nicht zuletzt mangels eines entsprechenden Anmerkungsapparates - weniger für eine weiterführende Beschäftigung mit dem Fragenkomplex prädestiniert ist.

*Theologisch-Praktische Quartalschrift* 1/2010 Monika Leisch-Kiesl

Quelle: Theologisch-Praktische Quartalschrift


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